Posts tagged ‘Präsident’

Zentralmarkt in Flammen – Update

Am frühen Abend scheint der Brand unter Kontrolle. Erreicht wurde dies nur mit Hilfe aus Ruanda, das einen Löschhubschrauber nach Bujumbura schickte. Gegen 17h waren laut lokaler Medien die Flammen weitgehend unter Kontrolle. Zwischenzeitlich bestand akute Gefahr, dass die Flammen auf die umliegenden Gebäude übergreifen, darunter zwei Tankstellen und mehrere Banken.

Am Vormittag hatten sich bereits die Autoritäten wie Vizepräsidenten, Ombudsmann, etc. vor Ort eingefunden. Sie gaben außerdem eine gemeinsame Presseerklärung. Selbst Staatspräsident Pierre Nkurunziza unterbrach seine Teilnahme an der Versammlung der Afrikanischen Union in Addis Abeba, Äthiopien, und flog zurück nach Bujumbura. Vom Flughafen begab er sich direkt zum Zentralmarkt, bzw. was davon noch übrig war. Außerdem wandte er sich im Staatsfernsehen an die Öffentlichkeit und sprach sein Mitgefühl für die Betroffenen aus. Außerdem appellierte er an die Banken, sich solidarisch mit den Händlern zu zeigen, von denen einige hohe Kredite abzuzahlen haben und nun alles an die Flammen verloren haben.

In den kommenden Tagen wird man sehen, wie die Regierung den ökonomischen Rückschlag managen wird und kann. Das Ausmaß der Schäden ist noch nicht abschätzbar, ebensowenig weiß man, wie viele Menschen heute beim Brand ums Leben gekommen sind. Ein Solidaritätsfonds ist geplant.

Die Online-Ausgabe von „IWACU“ hat den ganzen Tag über großartige Arbeit geleistet und live, inkl. Fotos, von den Geschehnissen vor Ort berichtet und wird dies in den kommenden Tagen wohl  noch weiter tun. Zwischenzeitlich hat auch RFI das Thema aufgegriffen.

Courage, Burundi!

Advertisements

Januar 27, 2013 at 7:29 pm Hinterlasse einen Kommentar

Zu den Wahlen – Meldungen und Ergebnisse

Die Deutsche Welle vermeldet, dass Präsident Nkurunziza wiedergewählt worden sei – mit „mehr als 91 Prozent der Stimmen“. Stimmt schon, jedoch sollte man einige Infos mehr hinzufügen, wie ich finde, um das Bild nicht zu verzerren. Denn es sind bei Weitem nicht alle Burunder wählen gegangen, die stimmberechtigt sind. Allein das ist schon als Gegenstimme zu betrachten.

Die CENI (Wahlkommission) hat bereits vorläufige Ergebnisse bekannt gegeben – zu sehen hier. Zu sehen sind die Wahlbeteiligungen in den jeweiligen Provinzen und die Stimmen für den amtierenden Präsidenten – den einzigen Kandidaten.

Derweil sei FNL-Chef Agathon Rwasa geflüchtet, „aus Sicherheitsgründen“. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich. Hier klicken! (Französisch) Auch die restlichen Oppositionsparteien würden den Präsidenten nicht anerkennen und werfen Manipulation vor. Mehr Infos hier (Französisch). Derweil loben die internationalen Wahlbeobachter den friedlichen Ablauf der Wahlen, trotz einiger Unstimmigkeiten und Unregelmäßigkeiten, insbesondere auch Gewalttaten während des Wahlkampfes. Auch lobten sie die burundischen Medien, die eine hervorragende Arbeit leisteten – bis auf „einige private Radiosender“, was sich wohl an den Sender Rema FM richtet. Der Sender steht der Präsidentenpartei CNDD-FDD sehr nahe und ist bekannt für seine Verstöße gegen Richtlinien der Medienprinzipien und Persönlichkeitsrechte. Mehr Infos hier.

Anscheinend seien auch ca. 70 Oppositionelle verhaftet worden. Die Opposition kreidet das der regierenden Präsidentenpartei CNDD-FDD an. Diese weist die Vorwürfe zurück und sagt, die Verhaftungen seien gemäß dem Gesetz und außerdem von den „Sicherheitskräften“ durchgeführt worden. Nur ist jedoch bekannt, dass die Polizei in Burundi größtenteils der Präsidentenpartei sehr nahe steht… Mehr dazu! (Französisch)

Fest steht, dass vor allem die Bevölkerung unter den Spannungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlichen „Parteijugenden“ leidet. So sind vor wenigen Tagen ein Vater und seine Tochter einem Handgranatenanschlag zum Opfer gefallen, als sie gerade beim Essen waren. Anscheinend galt der Anschlag jedoch dem Sohn, der den CNDD-FDD-Jugenden angehört. Er selbst aber überlebte den Anschlag. Mehr! (Französisch)

Anscheinend wundern sich viele Wahlbeobachter und Organisationen, weshalb sich die Wahlkommission CENI so sehr beeilt, die weiteren Wahlen durchzuführen (Wahl der Abgeordneten und des Senats). Klüger sei es, zuerst zu einem politischen Dialog aufzurufen und die Spannungen beizulegen… Mehr! (Französisch)

Juli 1, 2010 at 8:39 am Hinterlasse einen Kommentar

Wahltag in Burundi

Seit 6h in der Früh gehen die Burunder in die Wahllokale. Ich sitze im Büro, die Straßen sind wie ausgestorben. Gestern Nacht waren vereinzelt wieder Granatexplosionen zu hören. Dennoch würden die Menschen wählen gehen, wie mir ein Bekannter berichtet, der in Rumonge, südlich von Bujumbura, die Wahlen beobachtet. In anderen Regionen jedoch, wie mir ein anderer Freund berichtet, wäre die Resonanz weniger zahlreich – wie auch IWACU berichtet (Französisch).

Am Wochenende sagte die CENI, die unabhängige nationale Wahlkommission, alles sei soweit in Ordnung für die Wahlen. Auf der anderen Seite wurden in Bujumbura und Gitega jedoch einige Mitglieder der Opposition verhaftet.

Hier zwischenzeitlich ein Artikel, der die komplexe Lage in Ruanda, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo sehr gut aufzeigt.

9h15: Ich bin gerade am Wahllokal in Nyakabiga, Viertel in Bujumbura, vorbeigekommen. Wie zu erwarten, sind dort mehr Polizisten als Wähler…

10h: Artikel der Agentur AFP!

11h30: Erneutes Lob an die Medien Burundis, die in Synergie arbeiten und über die aktuellen Geschehnisse berichten! Aux médias du Burundi: Vous faites un bon travail! Félicitations!

11h30 (Quelle IWACU): Einige Mitglieder der oppositionellen Partei FNL sind verhaftet worden. In mehreren Provinzen werden außerdem Schüsse vermeldet, die dazu führten, dass die Bevölkerung Angst hat, wählen zu gehen. Die Polizei habe die Situation jedoch schnell unter Kontrolle gebracht. Der Präsident der CENI (Wahlkommission) ruft im Radio zur Ruhe auf und appelliert, der Bevölkerung ihr Recht zu gewähren, wählen zu können. Die Wahlbeteiligung ist dennoch mäßig – obwohl laut Beobachtern die Sicherheit gewährleistet sei. In manchen Wahllokalen sind bislang weniger als die Hälfte der Registrierten zur Urne gegangen. Laut CENI sollen die Wahllokale bis 16h geöffnet sein. Gewählt werden kann bereits seit 6h morgens.

11h35 (Quelle IWACU): Ein Schüler wurde verhaftet, weil er eine Handgranate bei sich trug.

12h10 (Quelle IWACU): In Kamenge (Stadtteil Bujumbura) hat sich anscheinend bislang nur etwa ein Drittel der Registrierten zur Wahlurne begeben. In Cankuzo (Provinz) seien die Wahllokale leer. Die Beobachter erklären, die Leute wollten zuerst ihrer Arbeit auf den Feldern nachgehen und danach wählen gehen.

13h50 (Quelle IWACU/Synergie der Medien): Zwei TV-Journalisten wurden im Viertel Kinama (Bujumbura) verhaftet, als sie aus einem Wahllokal berichten wollten. Anscheinend sei die Einmischung der unabhängigen EU-Wahlbeobachter notwendig gewesen, um sie wieder von der Polizei frei zu bekommen. Derweil ist die Wahlbeteiligung nach wie vor sehr gering und beläuft sich vielerorts auf knapp ein Drittel der registrierten potenziellen Wähler. Die Sicherheitslage ist jedoch nach wie vor entspannt.

Ein weiterer Artikel der taz zur aktuellen Lage… Hier klicken! – Und ebenfalls Lob an die Synergie der burundischen Medien!

15h30: Die Zahlen zur Halbzeit auf IWACU (Französisch)… In Bujumbura geht die Mehrheit nicht zur Wahl. Um 16h schließen offiziell die Wahllokale.

16h15: Laut IWACU (Synergie der Medien) und den neuesten Infos aus den Wahllokalen von ca. 14h hat die Zahl der Wähler am Nachmittag deutlich zugenommen. Vielerorts über zwei Drittel der registrierten Wähler haben die Urnen aufgesucht. Grund für die späte Wahlbeteiligung sei die Arbeit auf den Feldern gewesen. Seit ca. 15 Minuten sind die Wahllokale geschlossen. Vorläufige Ergebnisse werden wohl schon heute Abend und morgen früh bekannt gegeben.

Zwischenzeitlich kommt es an der Universität von Burundi zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Studenten. Anscheinend sei am Vorabend ein Student festgenommen worden, der FNL-Anhänger sei. Heute seien zwei Polizisten zurück auf den Campus gekommen, um das Zimmer des Studenten zu durchsuchen. Dabei hätte eine große Menge von Kommilitonen die beiden Polizisten nicht mehr gehen lassen, Verantwortliche der Universität haben den Polizisten die Waffen abgenommen. Weitere Infos sind noch nicht bekannt.

Juni 28, 2010 at 8:49 am Hinterlasse einen Kommentar

Burundi in schwieriger Lage – und Hilfe für die, die darunter leiden

Die Lage in Burundi vor den Präsidentenwahlen am kommenden Montag spitzt sich zu. Hier ein aktueller Artikel der taz.

Diejenigen, die am meisten leiden: Kids, Jugendliche, die Bevölkerung, die – auf gut Deutsch – die „Schnauze voll“ haben von Krieg und Auseinandersetzung. Partner in Deutschland wissen das… und setzen sich dafür ein, dass wenigstens das Schulleben und die Versorgung in Kinderheimen gesichert wird. Und die Hoffnung der aufstrebenden Generation gestärkt bleibt. Hier ein Beispiel!

Juni 24, 2010 at 6:32 pm Hinterlasse einen Kommentar

Aktuell Burundi

Kurzer Einblick (jedoch sehr oberflächlich) in die Lage, hier klicken!

Heute steht außerdem Ban Ki Moons eintägiger Besuch in Burundi an. Die oppositionellen Parteien haben Protestmärsche angekündigt, die von der Regierung jedoch – mit Verweis auf ein entsprechendes Gesetz – verboten wurden. Anscheinend sollen überall in Bujumbura Sicherheitskräfte für die Einhaltung dieses Gebots sorgen.

Man wird sehen…

Für die Präsidentenwahlen am 28. Juni bleibt es weiterhin spannend. Die Opposition will die Wahlen weiter blockieren – jedoch friedlich nach Vorbildern wie „Gandhi“ und „Martin Luther King“, wie zitiert wird. Einziger Kandidat, der zu den Wahlen antreten wird, ist übrigens der amtierende Präsident.

Juni 9, 2010 at 10:21 am Hinterlasse einen Kommentar

Präsident kandidiert erneut

Auf dem Kongress seiner Partei vergangenen Samstag wurde der amtierende Präsident, Peter Nkurunziza, erneut als Kandidat für die Präsidentschaftswahlen am 28. Juni nominiert. Selbst in der eigenen Partei ist die Entscheidung umstritten, die Kommentare gehen auseinander.

Am Samstag Nachmittag waren Teile der Hauptstadt gesperrt, weil die CNDD-FDD-Anhänger einen Marsch hinlegten, zum „Place de l’independance“ (Platz der Unabhängigkeit). Man wollte wohl klar zeigen, wer man ist… Anschließend waren überall die Parteiflaggen zu sehen und Frauen wie Männer mit T-Shirts oder Baseballmützen mit ihrem Schriftzug. Offiziell dürfen die Parteien jedoch noch keine Kampagne starten.

Derweil wird der Präsident der Organisation, die gegen die Korruption in Burundi ankämpft, bedroht. Sein Vize wurde vor einigen Monaten schon ermordet – die Untersuchungen gehen nicht wirklich voran.

Deutschland hat übrigens in diesen Tagen erneut eine Summe von 220.000 Euro an die unabhängige Wahlkommission (CENI) übergeben. Man hoffe auf „freie und unabhängige“ Wahlen, wird in der aktuellen Pressemitteilung nochmals betont.

April 27, 2010 at 7:50 am Hinterlasse einen Kommentar


Kurznachrichten aus Burundi

Das Burundi-Tagebuch als e-Mail? Einfach hier Mailadresse eintragen und immer auf dem aktuellen Stand sein!

Schließe dich 857 Followern an

Was war am…

Oktober 2017
M D M D F S S
« Jun    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Artikelsuche im Archiv

Besucher

  • 217,465 Abrufe bis heute...

TopBlogs

TopBlogs.de das Original - Blogverzeichnis | Blog Top Liste