Posts tagged ‘IWACU’

Neue Auseinandersetzungen (?)

Gerade fuhr ich durch die Stadt ins Büro. An jeder Ecke stehen Polizisten mit Gummiknüppeln und einem Gesichtsausdruck, als wäre Krieg. Sie warten auf die Journalisten, die für die Freilassung ihres Kollegen, Hassan Ruvakuki, protestieren wollen – so, wie sie es seit mehreren Wochen tun, bislang unbehelligt.

Bis auf vergangenen Dienstag, als die Polizei plötzlich Tränengas warf und die Journalisten gewaltsam erst zusammen, dann auseinandertrieb. Zwischenzeitlich habe das zuständige Ministerium die Proteste untersagt. Die Journalisten wollen trotzdem marschieren.

Man wird sehen, was in wenigen Augenblicken passiert.

Mehr Info (Französisch) bei IWACU.

UPDATE (11h): Keine Gewalt zwischen Journalisten und Polizei. Die Journalisten sind aufmarschiert und wurden sofort von der Polizei angehalten, kehrt zu machen. Aufforderung, der die Journalisten sofort Folge leisteten. Mehr online bei IWACU.

Februar 26, 2013 at 7:58 am 1 Kommentar

Und wieder kein Strom

Zu wenig Regen habe es gegeben. Deswegen sei die Stromproduktion in den Keller – und das Gut wird nun (wieder) rationiert. Der Pressesprecher des staatlichen Strom- und Wasserkonzerns REGIDESO erklärt sich und die Maßnahme seines Unternehmens in einem Artikel von IWACU.

Lange haben die Kommentare der Leser nicht auf sich warten lassen. Man beschwert sich: Rationierung ja; aber bitteschön für alle gleich.

Wenn man denn von „allen“ sprechen kann. Ich meine einmal gelesen zu haben, dass nur drei Prozent der Bevölkerung in Burundi überhaupt über einen Stromanschluss verfügen!? Von dieser Seite betrachtet, sollte man jede einzelne Steckdose im Haus schätzen. Auch, wenn der Strom nur alle zwei Tage kommt…

Dennoch: besonders für die kleinen Unternehmen (Schweißer, Schreiner etc.) kann das schnell zum sicheren Ruin führen.

Juli 20, 2012 at 9:11 am Hinterlasse einen Kommentar

Zur Situation von Straßenkindern

Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ veröffentlichte einen guten Artikel über die Situation von Straßenkindern in Bujumbura, Burundis Hauptstadt.

Ich bin ja allgemein immer froh, wenn Burundi überhaupt Aufmerksamkeit und Presse im Ausland bekommt. Denn i.d.T. ist die Situation der Straßenkinder in Bujumbura ein enormes Problem – und die Tendenz ist eher negativ. Vor einigen Wochen hatte bereits die lokale unabhängige Zeitung IWACU über diese Thematik berichtet. In diesem Artikel wurde beschrieben, wie die Straßenkinder selbst die Kanalisationen der Stadt für sich als Rast- und Schlafstätte entdecken. Klar, dort werden sie von der Polizei nicht erwischt und verprügelt…

Die Lage ist alarmierend, sagen viele Akteure auf diesem Gebiet. Eine pessimistische Prognose könnte so aussehen: Straßenkinder werden zu jungen Erwachsenen. Aufgrund der nach wie vor unstabilen Lage in der gesamten Region ist der Zugang zu Waffen ein Leichtes. Handgranaten, Pistolen oder auch Schnellfeuerwaffen sind quasi in Reichweite – mindestens hinter der nahen Grenze im Kongo. Wer keine Perspektive hat, kein Zuhause, einen schlimmen Krieg miterleben musste – der neigt natürlich schnell zur Kriminalität. Werden wir also in ein paar Jahren Zustände in Bujumbura haben, wie sie oft aus Nairobi und Johannesburg beschrieben werden? Die Stacheldrähte auf den hohen Mauern werden mit Strom versetzt, die Nachtwächter verstärkt, eventuell sogar zwei Eingangstore hintereinander gekoppelt, quasi als „Sicherheitsschleuse“, wenn man nach der Arbeit einfach nur nach Hause will?

Derweil wächst eine neue Generation heran. Kinder, die auf der Straße geboren werden. Ohne Ursprung. Reintegration? Wohin denn? Erste „Hochzeiten“ unter Straßenkindern fanden schon statt. Sehnsucht nach einem Stück „normalem“ Leben.

Alternative? Man muss das Thema endlich ernst – oder noch ernster – nehmen. Einige Vereine gibt es schon, die sich um die Straßenkinder kümmern. Aber noch nicht genug. Oft fehlen die Mittel. Denn eine Berufsausbildung und Rückführung zu einer Familie oder in die Selbständigkeit kosten sehr viel Geld. Viele Geldgeber bauen lieber.

Dabei haben viele Kinder, die tagsüber auf der Straße anzutreffen sind, ein Zuhause. Eine Mutter oder einen Vater. Oder vielleicht sogar noch beide, wenn sie ganz viel Glück haben. Wenn sie noch mehr Glück haben, ist die verwitwete Mutter noch nicht in die Prostitution geschlittert, um sich und das Kind am Leben zu halten. Vielleicht hatte sie mal ein großes Feld, das sie aber im Krieg verlassen musste und nun ist eine Rückkehr unmöglich. Vielleicht reichen einfach nur 20 oder 30 Euro aus, damit sie einen kleinen Marktstand aufmachen kann. Davon könnte sie leben und ihr Kind ernähren, anstatt es auf die Straße zu schicken. Und vielleicht reicht es dann sogar noch fürs Schulgeld.

Daran sollten wir nicht immer, aber manchmal denken. Wenn wir beim Stadtbummel wieder einmal in die Geldbörse greifen, und eben schnell 20 Euro für irgendetwas ausgeben – ohne lange nachzudenken. Vielleicht sogar für etwas, was zwei Tage später wieder im Mülleimer landet, weil man es doch nicht braucht.

Wir müssen nicht. Aber wir könnten.

Januar 11, 2012 at 8:56 am 1 Kommentar

Zeugnisse für die Berufsschüler in Gitega

Das Ausbildungszentrum in Gitega (AZG) hat vergangene Woche seine dritte Generation von Auszubildenden in Handwerk verabschiedet. IWACU war dabei und berichtet (auf Französisch): hier klicken!

Bald gibt es auch bei burundikids mehr Infos und Fotos. Hier erste Eindrücke:

Déo beim Vorbereiten der Zertifikate

Azubis in Elektrizität beim letzten Schliff

Die Azubi-Trommlergruppe läutet das Fest ein

Die lokale Presse beim Interview mit einem Laureaten

Ausstellungsstücke der Schreinerlehrlinge

Laureaten und ihre Zeugnisse

Besonders Mädchen sollen gefördert werden

Juli 18, 2011 at 11:18 am Hinterlasse einen Kommentar

Journalist frei!

Der Journalistenkollege Kavumbagu, Chef der Agence Net Press in Burundi, wurde nach zehn Monaten Gefängnis am gestrigen Montag frei gelassen. Alle Infos, aktuelle Fotos und Hintergrundreportagen gibt’s bei den Kollegen von IWACU (Französisch).

Mai 17, 2011 at 7:40 am Hinterlasse einen Kommentar

Quo vadis, Burundi? – II

Freitags erscheint immer „IWACU“, die – meiner Meinung nach – einzige brauchbare Zeitung hier in Burundi. Ganz groß prangert diese Woche die Überschrift, dass es zu viele Verfassungsbrüche in Burundi gebe. Nachvollziehbar, wenn man den Artikel liest. Ich denke, er wird in der kommenden Woche auch als online Version erscheinen.

Täglich passieren außerdem Morde. Im Gürtel um Bujumbura, s.g. „Bujumbura Rural“. Mord an irgendwelchen Parteimitgliedern, „kleine Leute“ – am nächsten Tag die Rache. Oder sogar noch am selben Tag, auch schon passiert. In den Flüssen Rusizi und Ruvubu werden Leichen gefunden. Woher sie kommen und wer sie sind – weiß keiner. Die Bevölkerung vor Ort vermisst niemanden, bizarrer weise. Es gibt Stimmen, die vor einem Bürgerkrieg warnen. Auch hat sich schon eine Organisation gegründet – bzw. eher ein Netzwerk mehrerer Organisationen –, die Regierungsparteien und Opposition an einen Tisch bekommen wollen. Ich frage mich: haben das nicht schon andere versucht?

Die Lage jedoch spitzt sich weiter zu. Die Menschen in Bujumbura Rural leben in Angst. Fast jede Nacht sind Schüsse zu hören. Vereinzelt. Nicht flächendeckend. Einheimische Journalisten kreiden an: wieso sagt zu alldem der Präsident bislang kein Wort? Mein Freund, Kollege und Chefredakteur richtet seine Zeilen an alle (!) Parteien: „Lasst sie [die Menschen in Bujumbura Rural] in Ruhe. Sie haben die Nase voll von euch. Sie wollen leben!“

April 23, 2011 at 12:14 pm Hinterlasse einen Kommentar

Die burundikids bei IWACU

Die burundikids in der (burundischen) Presse – und online. Hier geht’s zu Artikeln bei IWACU (französisch):

Krankenhaus und Schule

Mütterheim

Februar 25, 2011 at 3:02 pm Hinterlasse einen Kommentar

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