Posts tagged ‘Brand’

Erste deutsche Meldung zur burundischen Katastrophe

Die „Zeit“ hat es als erstes deutsches Medium doch tatsächlich geschafft, zum Brand des Zentralmarkts in Bujumbura zu berichten – knapp eine Woche nach dem Geschehen.

Immerhin! Danke an die Redaktion der „Zeit“!

Aber wieder einmal zeigt das deutlich die deutsche Ignoranz zum Geschehen in der – nicht für unsere Wirtschaft interessanten – Welt… Der Sack Reis in China interessiert eben doch mehr. Ohne, nach den dortigen Menschenrechten zu fragen.

Februar 1, 2013 at 8:56 am Hinterlasse einen Kommentar

Zentralmarkt in Flammen – am Tag danach

Ein Freund schrieb mir eine bewegende Nachricht. Darin schreibt er u.a., dass er entsetzt sei, dass bspw. über den Vorfall in Brasilien – ebenfalls ein Brand (in einer Discothek) – in deutschen Medien ganztags hoch und runter berichtet würde. Der Tod der Menschen in Brasilien ist sehr tragisch, das steht außer Frage. Aber über Burundi und die unglaublichen Zustände und Folgen, die Toten und die wirtschaftlichen Folgen für das ganze Land – kein einziges Wort in einem deutschen Medium! Das ist mehr als schändlich, wundert mich aber zwischenzeitlich nicht mehr.

Immerhin hatte es RFI, immerhin Frankreich, zu ein paar Zeilen und einem Audiobeitrag gebracht. Heute, am Tag danach, erschienen die ersten deutschen Zeilen zum immensen Brand in Bujumbura auf „AfrikaEcho“.

Gegen 19h waren immer noch Flammen im Markt, das Feuer jedoch unter Kontrolle. Eine große Erleichterung setzte ein, als es zu regnen begann – immerhin. Als ich heute Morgen aus dem Haus ging, hingen immer noch Rauchschwaden am Himmel über der Stadtmitte.

Noch nie seit ich in Bujumbura lebe (seit 2006), habe ich solche Massen von Fußgängern in der Stadt gesehen. Straßen sind verstopfter denn je, Händler haben sich über die gesamte Stadt verteilt. Der Busbahnhof, eigentlich vor und hinter dem Zentralmarkt stationiert, hat sich aufgeteilt auf mehrere Abfahrtsstellen. Am Morgen wusste noch niemand, wo welcher Bus wohin abfährt. Chaos.

Zwischenzeitlich ist bestätigt, dass das Feuer gegen 6h morgens ausgebrochen sein muss. Die ersten Feuerwehrleute erschienen jedoch erst nach 8h vor Ort und wurde zusätzlich von Menschenmassen behindert, die das Geschehen nur beobachteten. Die Polizei konnte, laut IWACU, erst gegen Mittag diese Menschenmenge unter Kontrolle bringen. Zuvor kam es zu Plünderungen und Auseinandersetzungen, Händler versuchten noch, ihr letztes Hab und Gut aus den Flammen zu retten. Ab 13h war schließlich ein ruandischer Löschhubschrauber im Einsatz, um ein Übergreifen der Flammen auf die nächstgelegenen Tankstellen zu vermeiden.

Die Krankenhäuser, die die ersten Opfer versorgten, taten dies ohne Rechnung.

Noch immer sind die Ursachen für den Brand, sowie die menschlichen Verluste nicht bekannt. Staatspräsident Pierre Nkurunziza, der gegen 17h die Brandstelle besuchte, nachdem er den AU-Gipfel in Addis Abeba vorzeitig verlassen hatte, appellierte an die Händler der anderen Märkte, nicht von der schwierigen Lage zu profitieren und nicht die Preise für Lebensmittel in die Höhe zu treiben. Das wäre eine weitere wirtschaftliche Katastrophe für die Bevölkerung der Hauptstadt. Eine Preissteigerung ist jedoch schon nach wirtschaftlicher Logik in dieser Situation (Angebot und Nachfrage) nicht zu vermeiden, sollte die Regierung keine anderen Maßnahmen zur Versorgung der Bevölkerung treffen.

Ein Résumé des Geschehens mit Fotos gibt es (auf Französisch) bei IWACU, mehr Details hier.

Eine der größten Fragen, die aufkommen, ist: wo waren die Feuerwehrleute? Und wieso kamen erst nach zwei Stunden gerade einmal zwei Löschfahrzeuge zum Brand? Hier gibt es ein Foto, das u.a. auch auf facebook die Runde macht, von der Parade der Unabhängigkeit: zig Löschfahrzeuge parieren vor den Ehrengästen. Wo waren die Löschfahrzeuge gestern, als sie das erste Mal tatsächlich gebraucht wurden?

Viele Kollegen und Freunde haben im Familien- und Freundeskreis viel verloren. Manche sogar alles. Ein besonders tragischer Fall: der Arbeitskollege eines Freundes hat seine Frau und sein Kind an die Flammen verloren.

Januar 28, 2013 at 5:44 pm Hinterlasse einen Kommentar

Zentralmarkt in Flammen – Update

Am frühen Abend scheint der Brand unter Kontrolle. Erreicht wurde dies nur mit Hilfe aus Ruanda, das einen Löschhubschrauber nach Bujumbura schickte. Gegen 17h waren laut lokaler Medien die Flammen weitgehend unter Kontrolle. Zwischenzeitlich bestand akute Gefahr, dass die Flammen auf die umliegenden Gebäude übergreifen, darunter zwei Tankstellen und mehrere Banken.

Am Vormittag hatten sich bereits die Autoritäten wie Vizepräsidenten, Ombudsmann, etc. vor Ort eingefunden. Sie gaben außerdem eine gemeinsame Presseerklärung. Selbst Staatspräsident Pierre Nkurunziza unterbrach seine Teilnahme an der Versammlung der Afrikanischen Union in Addis Abeba, Äthiopien, und flog zurück nach Bujumbura. Vom Flughafen begab er sich direkt zum Zentralmarkt, bzw. was davon noch übrig war. Außerdem wandte er sich im Staatsfernsehen an die Öffentlichkeit und sprach sein Mitgefühl für die Betroffenen aus. Außerdem appellierte er an die Banken, sich solidarisch mit den Händlern zu zeigen, von denen einige hohe Kredite abzuzahlen haben und nun alles an die Flammen verloren haben.

In den kommenden Tagen wird man sehen, wie die Regierung den ökonomischen Rückschlag managen wird und kann. Das Ausmaß der Schäden ist noch nicht abschätzbar, ebensowenig weiß man, wie viele Menschen heute beim Brand ums Leben gekommen sind. Ein Solidaritätsfonds ist geplant.

Die Online-Ausgabe von „IWACU“ hat den ganzen Tag über großartige Arbeit geleistet und live, inkl. Fotos, von den Geschehnissen vor Ort berichtet und wird dies in den kommenden Tagen wohl  noch weiter tun. Zwischenzeitlich hat auch RFI das Thema aufgegriffen.

Courage, Burundi!

Januar 27, 2013 at 7:29 pm Hinterlasse einen Kommentar

Zentralmarkt in Flammen

Der Zentralmarkt der Hauptstadt Bujumbura steht lichterloh in Flammen. Das Feuer scheint früh morgens, noch vor 6h, ausgebrochen zu sein. Die Ursachen sind noch unklar.

Anscheinend sind die Feuerwehrleute erst zwei Stunden später, gegen 8h30, zum Ort des Geschehens gekommen. Außerdem nur mit zwei Löschfahrzeugen, obwohl die Stadt über mehr verfügt. Bereits vor einigen Monaten hatte die Zeitung „IWACU“ kritisiert, dass von fünf Notrufnummern nur eine tatsächlich funktioniere – aber auch diese permanent unbeantwortet bleibe.

Dieselbe Wochenzeitung berichtet live vom Geschehen online. Der Radiosender RPA, oft als Instrument der Opposition verschrien, berichtet als einziger live, die anderen Radiosender spielen ihr Routineprogramm. Derselbe Radiosender stellt die Frage, weshalb sich keine (!) der zuständigen Behörden oder Autoritäten am Platz des Brandes blicken lässt, sich öffentlich zu Wort meldet, geschweige denn das Telefon beantwortet. Weder Chefs der Polizei, noch der Chef des Zentralmarkts, noch der Bürgermeister, etc.

Laut Korrespondenten von „IWACU“ sind bereits 90 Prozent des Zentralmarkts in Flammen, das Dach sei eingestürzt. Bislang seien vier Tote gemeldet, wahrscheinlich Händler, die ihre nicht versicherte Ware zu retten versuchten. Plünderer stürmten alle Seiten des Markts, die Polizei konnte nur wenige davon festnehmen. Nur mit Mühe können die Beamten anscheinend die Massen davon abhalten, in das brennende Gebäude zu stürmen – teils für Plünderung, teils um die eigene Ware zu retten.

Das Feuer ist – zumindest bislang – nicht in den Griff zu bekommen. Man muss hoffen, dass die umliegenden Gebäude nicht ebenfalls Feuer fangen, insbesondere die nur wenige Meter vom Markt gelegene Tankstelle.

Januar 27, 2013 at 9:27 am Hinterlasse einen Kommentar


Kurznachrichten aus Burundi

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