Eine Perspektive

Februar 25, 2011 at 3:54 pm Hinterlasse einen Kommentar

Die vergangenen zwei Tage war ich im Landesinnern. Im Süden, in Rumonge und Kizuka. Unser Projekt mit NRC (Norwegian Refugee Council) ging zu Ende und damit die Programme zu Berufsausbildungen für Jugendliche. An zwei Tagen haben wir 78 jungen Frauen und Männern zwischen 15 und 20 Jahren ihre staatlich anerkannten Zertifikate übergeben können. Ausgebildet wurden sie in Berufen, die sich nach dem Bedarf ihrer Region richten.

Es sind immer Momente mit gemischten Gefühlen, guten wie schlechten, witzigen und traurigen. Wir hatten viel Spaß gemeinsam die vergangenen Tage. Schöne Gespräche, stolze Gesichter. Junge Frauen und Männer, die erst einmal zu Beginn des Programms Lesen und Schreiben lernen mussten. Der größte Teil unter ihnen sind ehemalige Flüchtlinge. Sei es, sie sind damals während des Kriegs ins Ausland geflohen. Sei es, sie wurden innerhalb Burundis zu Flüchtigen. Jetzt sind sie aber wieder zurück. In Rumonge und Kizuka. In ihrer Heimat. Wo sie ursprünglich keine Perspektive hatten.

Junge Frauen beim Tanz - sie haben ihre Ausbildung abgeschlossen

Ich hoffe, wir konnten ihnen eine solche nun geben. Einen Lichtblick. Wir haben ihnen ein Werkzeug und Wissen in die Hand gegeben. Ich hoffe, sie können es nutzen und anwenden. Die Initiative muss von ihnen selbst ausgehen, das ist klar. Ich bin jedoch froh, dass auch Eltern und Beamte der Administration vor Ort waren. Denn die müssen den Rahmen bilden, die Jugendlichen begleiten, beraten… und schützen.

Bester seines Jahrgangs: Sprecher Philippe

„Nanje, nshaka ifoto“ – alle wollten sie Fotos machen. Als Souvenir mit ihrem Zertifikat. Sie lachen, dann schauen sie wieder streng – um gleich wieder zu lachen. Als der offizielle Besuch weg war, begannen sie zu tanzen. Unter sich. Sie haben es geschafft. Und nicht nur das. Sie sind auch zu Vorbildern für andere geworden. Das Programm wird nämlich ausgeweitet. Neue Einschreibungen gibt es schon bald.

Auf dem Rückweg nach Bujumbura passieren wir große Truppen von Soldaten. Sie sollen für die Sicherheit sorgen, die zurzeit wieder mehr bedroht ist. Von „Irren“ und „Banditen“, wie die Regierung sie nennt. Aber können „Irre“ am hellichten Tag einen gut besetzten Polizeiposten attackieren, mit Gerät und Taktik, wie man es sonst nur von Militärs oder ähnlichen Kämpfern kennt?

Weisheiten von Kaka in Kizuka - Schild von den Auszubildenden

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Die burundikids bei IWACU Ein ganz normaler (?) Tag

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