Wahlen, somalischer Terror und die Korruptionshitliste

Juli 23, 2010 at 2:20 pm 2 Kommentare

Heute werden in Burundi die Parlamentswahlen abgehalten. Die Situation in Bujumbura ist ruhig – im Vorfeld gab es jedoch Befürchtungen, einige Spannungen und auch Tote. Nach wie vor ist jedoch die künftige politische Landschaft nicht klar… auch kursieren viele Gerüchte um Ex-Rebellenchef und FNL-Präsident Agathon Rwasa.

Hier geht’s zur Deutschen Welle. Weitere Eindrücke und aktuelle Meldungen zu jeder Stunde gibt es auf Französisch bei IWACU.

Vor Ort machen jedoch derzeit mehr die Drohungen des somalischen Terrornetzwerks Bedenken als die landesinneren Probleme… Polizei und Militär haben ihre Präsenz verstärkt, um besonders „bedrohte“ und potenzielle Angriffsziele zu schützen, Straßenkontrollen nehmen zu. Somalische Terroristen hatten Anschläge auf Uganda und Burundi angedroht – in Uganda sind bereits bei zwei Bombenexplosionen ca. 70 Menschen ums Leben gekommen. Die beiden Länder stehen im Visier der Radikalen, weil sie Soldaten für die Friedenstruppe in Somalia zur Verfügung stellen.

Darüber hinaus ist gerade eine Hitliste mit den korruptesten Staaten in Ostafrika veröffentlicht worden – von Transparency International. Demnach ist Burundi – im Vergleich zu den anderen Staaten der ostafrikanischen Gemeinschaft – das korrupteste Land und hat Kenia auf dem ersten Platz abgelöst. Hier geht’s zur Meldung.

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Rose in der FR Aktuelles aus der (Online-)Presse

2 Kommentare Add your own

  • 1. Axel Haase  |  Juli 27, 2010 um 6:18 pm

    Der Index von von Transparency International wird leider oft falsch verstanden. Es handelt sich durchaus nicht um eine „Hitliste mit den korruptesten Staaten“ sondern um eine Wahrnehmungsliste. Es wird hier die Frage beantwortet wer die Menschen glauben am korruptesten sei. Die Problematik eines solchen Index wird gerade bei den Bruderstaaten Ruanda und Burundi deutlich. Während Burundi angeblich der korrupteste Staat Ostafrikas sei, sei Ruanda angeblich der am der am wenigsten korrupte Staat. In der Wahrnehmung der Menschen ist das durchaus nachvollziehbar. Bemessen an der Höhe der Korruptionszahlungen und der politischen und militärischen Bedeutung der Korruption kann aber doch wohl mit Sicherheit davon ausgegangen werden, das Ruanda ein vielfaches korrupter ist als Burundi. Beim einem solchen Vergleich der Korruption in Kampala, Nairobi, Kigali und Bujumbura werden Äpfel mit Birnen verglichen.

    Die „Hitliste“ beweist lediglich das Paul Kagame der bessere Selbstdarsteller ist und das Burundi nicht wirklich was von Marketing versteht.

    Viele Ansätze von Trasparency International sind lobenswert und verdienen Achtung und Beachtung. Der „Corruption Perception Index“ ist weitgehend Unfug. Die Medien freuen sich jedes Jahr neue auf ihn weil er so schön einfach ist. Und so wird dann auch auf die Nachkommastelle genau belegt, das die Afrikaner eben doch viel korrupter sind als die Europäer. Oder wie war das noch gleich mit der Summe aller Korruptionszahlungen je Land?

    Antwort
    • 2. Philipp Ziser  |  Juli 28, 2010 um 8:49 am

      Hallo Axel,

      danke für deinen Beitrag – ich gebe zu, ich hatte das im kurzen Artikel falsch rübergebracht. In der Tat basiert der Index auf Umfragen und „Empfinden“ von Bürgern der Region. Danke für die Ergänzung! (Daher ist auch zu erklären, weshalb Burundi als das korrupteste Land betrachtet wird – weil es hier mehr als offensichtlich stattfindet. Deshalb ist Kagame vielleicht nicht der bessere „Selbstdarsteller“ – er weiß es nur geschickt(er) anzustellen, wie auch die Damen und Herren auf der anderen Seite des Globus).

      Ich kann mir gut vorstellen (und weiß es!), wie die „westlichen“ Medien den Index für die Bestätigung der üblichen kursierenden Klischees benutzen. Allerdings ist SPÄTESTENS seit den Geschehnissen in Europa um „Clans“ und Vetternwirtschaft klar, dass Korruption auf beiden Seiten des Erdballs stattfindet – da schenkt sich keiner was. Im Gegenteil: Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es bspw. in Deutschland um weitaus höhere Beträge in der Korruption geht, als bspw. in Burundi – nur ist es eben nicht ganz so offensichtlich. Aber Beispiele wie Zumwinkel etc. sollten eine Lehre sein… sind sie aber leider nicht.

      Antwort

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