Wahltag in Burundi

Juni 28, 2010 at 8:49 am Hinterlasse einen Kommentar

Seit 6h in der Früh gehen die Burunder in die Wahllokale. Ich sitze im Büro, die Straßen sind wie ausgestorben. Gestern Nacht waren vereinzelt wieder Granatexplosionen zu hören. Dennoch würden die Menschen wählen gehen, wie mir ein Bekannter berichtet, der in Rumonge, südlich von Bujumbura, die Wahlen beobachtet. In anderen Regionen jedoch, wie mir ein anderer Freund berichtet, wäre die Resonanz weniger zahlreich – wie auch IWACU berichtet (Französisch).

Am Wochenende sagte die CENI, die unabhängige nationale Wahlkommission, alles sei soweit in Ordnung für die Wahlen. Auf der anderen Seite wurden in Bujumbura und Gitega jedoch einige Mitglieder der Opposition verhaftet.

Hier zwischenzeitlich ein Artikel, der die komplexe Lage in Ruanda, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo sehr gut aufzeigt.

9h15: Ich bin gerade am Wahllokal in Nyakabiga, Viertel in Bujumbura, vorbeigekommen. Wie zu erwarten, sind dort mehr Polizisten als Wähler…

10h: Artikel der Agentur AFP!

11h30: Erneutes Lob an die Medien Burundis, die in Synergie arbeiten und über die aktuellen Geschehnisse berichten! Aux médias du Burundi: Vous faites un bon travail! Félicitations!

11h30 (Quelle IWACU): Einige Mitglieder der oppositionellen Partei FNL sind verhaftet worden. In mehreren Provinzen werden außerdem Schüsse vermeldet, die dazu führten, dass die Bevölkerung Angst hat, wählen zu gehen. Die Polizei habe die Situation jedoch schnell unter Kontrolle gebracht. Der Präsident der CENI (Wahlkommission) ruft im Radio zur Ruhe auf und appelliert, der Bevölkerung ihr Recht zu gewähren, wählen zu können. Die Wahlbeteiligung ist dennoch mäßig – obwohl laut Beobachtern die Sicherheit gewährleistet sei. In manchen Wahllokalen sind bislang weniger als die Hälfte der Registrierten zur Urne gegangen. Laut CENI sollen die Wahllokale bis 16h geöffnet sein. Gewählt werden kann bereits seit 6h morgens.

11h35 (Quelle IWACU): Ein Schüler wurde verhaftet, weil er eine Handgranate bei sich trug.

12h10 (Quelle IWACU): In Kamenge (Stadtteil Bujumbura) hat sich anscheinend bislang nur etwa ein Drittel der Registrierten zur Wahlurne begeben. In Cankuzo (Provinz) seien die Wahllokale leer. Die Beobachter erklären, die Leute wollten zuerst ihrer Arbeit auf den Feldern nachgehen und danach wählen gehen.

13h50 (Quelle IWACU/Synergie der Medien): Zwei TV-Journalisten wurden im Viertel Kinama (Bujumbura) verhaftet, als sie aus einem Wahllokal berichten wollten. Anscheinend sei die Einmischung der unabhängigen EU-Wahlbeobachter notwendig gewesen, um sie wieder von der Polizei frei zu bekommen. Derweil ist die Wahlbeteiligung nach wie vor sehr gering und beläuft sich vielerorts auf knapp ein Drittel der registrierten potenziellen Wähler. Die Sicherheitslage ist jedoch nach wie vor entspannt.

Ein weiterer Artikel der taz zur aktuellen Lage… Hier klicken! – Und ebenfalls Lob an die Synergie der burundischen Medien!

15h30: Die Zahlen zur Halbzeit auf IWACU (Französisch)… In Bujumbura geht die Mehrheit nicht zur Wahl. Um 16h schließen offiziell die Wahllokale.

16h15: Laut IWACU (Synergie der Medien) und den neuesten Infos aus den Wahllokalen von ca. 14h hat die Zahl der Wähler am Nachmittag deutlich zugenommen. Vielerorts über zwei Drittel der registrierten Wähler haben die Urnen aufgesucht. Grund für die späte Wahlbeteiligung sei die Arbeit auf den Feldern gewesen. Seit ca. 15 Minuten sind die Wahllokale geschlossen. Vorläufige Ergebnisse werden wohl schon heute Abend und morgen früh bekannt gegeben.

Zwischenzeitlich kommt es an der Universität von Burundi zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Studenten. Anscheinend sei am Vorabend ein Student festgenommen worden, der FNL-Anhänger sei. Heute seien zwei Polizisten zurück auf den Campus gekommen, um das Zimmer des Studenten zu durchsuchen. Dabei hätte eine große Menge von Kommilitonen die beiden Polizisten nicht mehr gehen lassen, Verantwortliche der Universität haben den Polizisten die Waffen abgenommen. Weitere Infos sind noch nicht bekannt.

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Doku zu „Gustave“ Die burundikids-Freiwilligen online

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