Wasser

April 14, 2010 at 2:07 pm Hinterlasse einen Kommentar

Heute Vormittag war ich wieder kurz in Gatumba, nördlich von Bujumbura. Die kleine Stadt, die einige Kilometer von unserer Schule entfernt liegt, Richtung kongolesische Grenze. Sehr viele ehemalige Flüchtlinge leben dort. Ein sehr raues Leben…

In einem nun zurückliegenden Projekt haben wir eine öffentliche Wasserstelle gebaut – gemeinsam mit den Autoritäten vor Ort und der Bevölkerung selbst, die die Baumaßnahmen selbst vorgenommen hat. Wir waren heute Morgen kurz hingefahren, um zu sehen, ob schon alles fertig gestellt ist. Noch waren die vier Wasserhähne geschlossen, da wir erst den „Chef de Zone“ und den Administrateur abwarten müssen. Offizielle „Einweihung“ wird nächste Woche sein. Alles nach Vorschrift…

Mein Kollege Bienvenu hatte den „Schlüssel“ dabei, um zu testen, ob alles funktionierte. Es dauerte keine fünf Sekunden (!) da strömten die Menschen zur Wasserstelle, schleppten Kanister, Eimer und Waschwannen herbei. Um frisches Wasser zu bekommen – Mangelware in diesem Viertel. Es ist immer wieder unvorstellbar und holt einen auf den Boden der Tatsachen zurück. Fließend Wasser… eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Weit gefehlt. Klar, man liest immer: „So und so viele Menschen haben keinen Zugang…“ in irgendwelchen Schriften, Magazinen und Zeitungsartikeln. Doch wenn man mittendrin steht, ist es etwas anderes. Wenn man Kinder mit Kanistern sieht, die fast größer sind als sie selbst, alte Frauen, die kaum noch laufen können, Behinderte mit ihrem Dreirad, beladen mit Wassereimern…

Und wir müssen den Wasserhahn wieder zudrehen. Um auf die „Chefs“ zu warten…

Aber ab kommender Woche soll es dann endgültig und dauerhaft fließen. Und funktionieren. 7.200 Menschen werden von dieser Wasserstelle direkt profitieren. Das gibt wenigstens einen kleinen Trost.

Wasser in Mushasha II - Gatumba

Morgen fahre ich nach Cankuzo, in Burundis Osten. Eine der vernachlässigsten Regionen des Landes. Vielleicht auch der Welt, ich weiß es nicht. Jedenfalls gibt es dort so gut wie nichts, also könnte man es annehmen. Wir haben dort gemeinsam mit UNICEF Burundi Ausbildungen für Jugendliche angeboten. Morgen ist auch hier Abschluss des Projekts. Danach sollen die Jugendlichen die Produktions- und Arbeitsstätten selbständig weiterführen. „Einkommen schaffende Maßnahmen“, wie es so schön heißt. Ich bin gespannt – und freue mich auch, mal wieder ins Landesinnere zu kommen. Fließend Wasser gibt es dort, wo wir hinfahren, übrigens auch keins…

Advertisements

Entry filed under: In Burundi. Tags: , , , , .

SEZ Baden-Württemberg Infos aus Burundi

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Trackback this post  |  Subscribe to the comments via RSS Feed


Kurznachrichten aus Burundi

Das Burundi-Tagebuch als e-Mail? Einfach hier Mailadresse eintragen und immer auf dem aktuellen Stand sein!

Schließe dich 855 Followern an

Was war am…

April 2010
M D M D F S S
« Mrz   Mai »
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930  

Artikelsuche im Archiv

Besucher

  • 217,573 Abrufe bis heute...

TopBlogs

TopBlogs.de das Original - Blogverzeichnis | Blog Top Liste

%d Bloggern gefällt das: