Interessante Meinungen – gegen den Strom

März 22, 2010 at 8:02 am 10 Kommentare

Am Wochenende habe ich ein sehr interessantes Buch gelesen – online. Auf Französisch ist es auch gedruckt erhältlich, in deutscher (und englischer) Sprache bislang leider nur im Internet. Wer die Muße und Kraft hat, sich mit dieser Thematik („So hat sich das nicht zugetragen in Kigali!“) auseinanderzusetzen, sollte sich unbedingt diesen Text durchlesen.

Es ist ein sehr interessanter Text. Was wahr ist und was nicht, lässt sich natürlich weiterhin in Frage stellen. Dennoch führt der Autor einige sehr interessante Argumente auf, die gegen das allgemein vorherrschende Bild über die Tragödie in Ruanda (und Burundi) sprechen. Und der Text lässt erahnen, dass diese „Geschichte“ noch nicht fertig geschrieben ist. Ganz offensichtlich ist sie das nicht…

Hier geht’s zum Buch!

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burundikids schweiz – jetzt auch online „Mein Jahr in Burundi“ – Vortrag von Cornelius Schröder

10 Kommentare Add your own

  • 1. Gisela  |  März 22, 2010 um 1:45 pm

    Die Augenzeugenberichte aus Ruanda, die ich 1994 gehört habe, lassen für mich keine Zweifel daran, dass ein akribisch vorbereiteter Genozid stattgefunden hat.

    Antwort
  • 2. Leonhard Maier  |  April 3, 2010 um 3:19 am

    Derartige Literatur über die Deutsche Geschichte wird auch in Kanada gedruckt. Ihre Autoren nennt man „Nazis“. Auch „interessante“ Meinungen gegen den Strom?

    Antwort
    • 3. ZiserP  |  April 5, 2010 um 12:23 pm

      Danke für die Kommentare!

      Ich finde jedoch den Vergleich mit Literatur von „Altnazis“ nicht passend. Denn im Gegensatz zur Geschichte Ruandas – insbesondere diese behandelte Zeit betreffend – besteht bei der Deutschen Geschichte weit weniger Aufkläungsbedarf.

      Natürlich überzieht der Autor an einigen Stellen und stellt alles sehr einseitig dar. Jedoch hat er an einigen Stellen auch berechtigte Kritik angebracht, bspw. was die Aufarbeitung und Untersuchung des Attentats betrifft, bei dem die beiden Staatspräsidenten in ihrem Flugzeug ums Leben kamen.

      Man kann wohl behaupten, dass eine wirkliche Aufarbeitung dieses Teilstücks der Geschichte noch nicht stattgefunden hat. Aus welchen Gründen auch immer…

      Antwort
      • 4. Leonhard Maier  |  April 11, 2010 um 4:32 am

        Und das ist exakt die gleiche Methode wie sie auch die Nazis anwenden. Natürlich gibt es auch „an einigen Stellen berechtigte Kritik“ an den Alliierten, kann man daraus herleiten das die Welt nicht hätte von den Nazis befreit werden müssen? Wohl kaum.

        Der Autor des Buches ist ein faschistischer Genozidleugner der zum Rassenwahn aufstachelt und einem neuen Bürgerkrieg den Weg bereitet.

        Mit einer sachlichen und „interessanten“ Aufarbeitung der Geschichte hat dies alles wenig zu tun. Wer Menschen wie dem Holocaust-Leugner Williamson eine Heimat andient muß sich halt den Vorwurf gefallen lassen mit Nazis im Bett zu liegen. Auch wenn man Papst heißt. Und wer Bücher wie dieses „bewirbt“ muß sich eben auch den Vorwurf gefallen lassen Krigspropaganda zu betreiben.

        Eine professionelle Aufarbeitung der Geschichte kommt leider selten in Form eines Bestsellers. Geschichte ist immer unvollständig, einseitig, kontextbezogen und letztendlich unbefriedigend. Wer die Sehnsucht nach einer einfachen und absoluten Wahrheit befeuert, redet auch nur der Lüge das Wort.

  • 5. Philipp Ziser  |  April 12, 2010 um 11:03 am

    Vielen Dank für den weiteren Kommentar. Ich bin immer offen für Diskussionen, respektiere alle Meinungen und lerne gerne dazu.

    Jedoch finde ich, mit Verlaub, den Ton etwas zu aggressiv. Auch ist mir in Ihrem Kommentar nicht ganz klar, wen Sie anschuldigen, „Kriegspropaganda“ zu betreiben?

    Danke auch für die Belehrung am Ende des Kommentars bzgl. „was ist Geschichte“. Genauso habe ich das auch aus meinem Studium in Erinnerung.

    Um noch einmal klarzustellen: Der Artikel weist lediglich auf den Text hin – auf eine andere „Meinung“ (Ihrer Ansicht nach „Kriegspropaganda“/“Lügen“ etc. – mag ja sein!). Ich habe hier keine Werbeplattform und – wie auch im Ausschluss steht – bin nicht für externen Inhalt verantwortlich, bzw. bewerbe diesen auch nicht. Ziel ist es lediglich, Hinweise zu geben und zu Diskussionen (wie hier) und zum Nachdenken anzuregen. Wer welchen Schluss aus den Hinweisen und Links zieht, ist individuelle Sache.

    Beste Grüße aus Bujumbura!

    Antwort
  • 6. Leonhard Maier  |  April 12, 2010 um 6:39 pm

    Hallo Herr Ziser,

    es liegt mir sehr fern Sie anzugreifen. Falls ich Sie verletzt haben sollte so möchte ich mich hiermit dafür entschuldigen.

    Mir bleibt es jedoch weiterhin völlig unverständlich wie Sie insbesondere als Deutscher so naiv mit derartigen Inhalten umgehen können. Ihnen gebührt aller Respekt für Ihre Arbeit und die persönlichen Anstrengungen die Sie in Burundi investieren.

    Die Mehrheit Ihrer Leser dürfte über die Feinheiten Burundis kaum im Bilde sein. Wenn Sie dann allerhärtesten Tobak vorstellen können Sie sich kaum darauf zurückziehen und sagen: „Ich will nur zum Nachdenken anregen“.

    Eben weil wir als Deutsche eine in vielen Punkten vergleichbare und auch verknüpfte Geschichte haben, tragen wir auch eine besondere Verantwortung.

    Auch wenn ich Sie persönlich nicht kenne, bin ich mir sicher, das Sie sich ganz genau darüber im Klaren sind, das der Krieg jederzeit und ohne Vorwarnung genau dort weiter gehen kann wo er aufgehört hat. Und es ist eben exakt diese Haßliteratur die Sie hier „unbedingt“ (sic!) zum Lesen empfehlen die den Konflikt weiter am köcheln hält. Sie kennen doch wahrscheinlich die einschlägigen Foren.

    Sie machen wunderbare Arbeit mir Kindern und jungen Menschen. Prima. Halten Sie mich von mir aus für einen anmaßenden, belehrenden und undankbaren Idioten, ich kann es nicht ändern. Ich weiß das dies hier Ihr Blog ist und das es ein Zeichen Ihrer Größe ist meine Kritik nicht einfach zu löschen. All dies zugestanden. Aber mit Ihrer „interessanten Meinung gegen den Strom“ haben Sie einen Fehler gemacht. Und anschließend bockig und beleidigt darauf zu bestehen, schreiben zu können was Sie wollen, macht diesen Fehler nicht geringer sondern zu einem Echten.

    Ich sag dann jetzt auch nichts mehr dazu. Ich nehme an, Sie verletzt zu haben, bedaure dies auch ausdrücklich, aber hier stehe ich und kann nicht anders.

    Antwort
  • 7. ZiserP  |  April 13, 2010 um 9:04 am

    Hallo lieber Herr Maier,

    vielen Dank für Ihre Zeilen. Keineswegs sehe ich Sie als „Idioten“ o.ä. oder stelle Sie als solchen dar – das war nicht meine Absicht und möchte ich natürlich auch nicht. Weil ich das nicht denke. Ich bin dankbar für Ihren – qualifizierten – Kommentar, keine Frage! Denn er regt genau zu der Diskussion an, die ich wollte.

    Es mag sein, dass dieser Text eine einschlägige und einseitige Propaganda ist. In diesem Fall muss ich mich natürlich klar davon distanzieren, keine Frage!

    Dr. Gisela Splett tat ja ebenfalls schon ihre Meinung kund und äußerte aufgrund ihrer Erfahrungen keine Zweifel daran, dass ein geplanter Massenmord stattgefunden hatte.

    Dann ist es aber doch wirklich zu beanstanden, dass ein Mensch wie Strizek sein Wort für solch einen Text hergibt? Was meinen Sie hierzu?

    Herr Maier, ich grüße Sie – und ich danke Ihnen für die bisherigen und die (hoffentlich!) noch folgenden Kommentare. Ich bin, ganz ehrlich gesagt, sehr froh, solche kritischen Leser zu haben und durch diese auch zu lernen.

    Was den jederzeit wieder aufflammen könnenden Krieg betrifft… Ich denke nicht, dass in diesem Ausmaß wieder etwas passieren kann. Natürlich ist Instabilität gegeben. Aber ich frage mich auch immer: Wer steckt dahinter? FNL, FDLR oder wer auch immer kann denn schon alleine diese bewaffneten Widerstände so lange aufrecht halten? Unmöglich, meiner Meinung nach…

    Beste Grüße!

    Antwort
  • 8. Leonhard Maier  |  April 13, 2010 um 1:28 pm

    Ach Herr Ziser,

    tja, der Herr Strizek ist doch auch nur ein Eigenbrötler. Ein sehr fleißiger und gelehrter immerhin. Er weiß immer alles ganz genau und dabei auch noch besser als alle andere.

    http://principiis-obsta.blogspot.com/2009/12/die-neue-bundesregierung-und-ruanda.html

    Was soll das denn sich gegen alle (völlig unterschiedlichen!) Bundesregierungen zu stellen? Die FDP hat keine Ahnung, die SPD nicht und die Grünen haben ihre Ideologie an die Amerikaner verkauft während die CDU hat sowieso indiskutabel ist. Also, er ist fleißig, das muss man ihm lassen. Von der Menge die er schreibt kann ich nur einen Bruchteil wirklich beurteilen. Bei den Dingen die ich beurteilen kann sehe ich aber das er eine sehr ideologisch verkrustete Sicht hat. Dadurch diskreditiert er sich m.E. selber.

    Ich bin ja auch selber weder in einer politischen noch in einer religiösen Partei, und mag viele deren Akteure auch nicht zu meinen Freunden zählen. Aber „Brot für die Welt“ direkt mit dem Terror im Kongo in Verbindung zu bringen geht dann eben doch zu weit.

    Ich habe leider auch keine Antworten auf so viele Fragen. Was weiß ich wer dieses Flugzeug abgeschossen hat. Ich kann mich aber auch nicht ewig an dieser Frage aufhalten. So wie Sie bin auch ich vielen einzelnen Akteuren aus der Vergangenheit und der Gegenwart begegnet. Viele sind auf der ganz persönlichen Ebene „ganz normale“ und oft nette Menschen. Zur falschen Zeit, im falschen Umfeld mutieren dann die langweiligsten Nerds plötzlich zu Kriegsverbrechern.

    Mit den nicht enden wollenden Verschwörungstheorien der jeweiligen Lager kommt man jedenfalls nicht weiter.

    Ich würde so schnell keine Buchempfehlung aussprechen. Aber ich suche immer noch eine Ausgabe von Richard Kandts „Caput Nili“ aus dem Jahre 1904. Aber selbst im Kandt Haus in Kigali gab es kein Exemplar. So ist das im Informationszeitalter. Die Informationen die man wirklich sucht findet man immer noch nicht.

    Viele Grüße

    Antwort
  • 9. ZiserP  |  April 13, 2010 um 4:36 pm

    Hallo Herr Maier!

    Danke für den Link. Werde es mir heute nach der Arbeit gleich durchlesen.

    Erlauben Sie mir eine Frage: Was mach(t)en Sie beruflich?

    Beste Grüße – und wenn Sie möchten, können wir gerne die weitere Korrespondenz per Mail vornehmen.

    Antwort
  • 10. Ute Lehnert  |  April 18, 2010 um 10:04 pm

    Wem der Vergleich bei Strizek mit Brot für die Welt zu weit geht, beschäftige sich mit folgendem Artikel und den Hinweisen auf die Rolle der Menschenrechtsorganisationen:

    http://zmag.de/artikel/lugenstrategie-zum-volkermord

    Antwort

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