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November 18, 2008 at 1:19 am 7 Kommentare

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Entry filed under: Wieder in Deutschland.

Pleite für Baden-Württemberg (?) Neue Weihnachtsengel!

7 Kommentare Add your own

  • 1. Axel Haase  |  November 25, 2008 um 7:24 pm

    Es gibt so viele traurige Beispiele dafür wie unnötig die Herrscher in Afrika die Menschenrechte ihrer Söhne und Töchter mit Füßen treten. Demnächst wird in Burundi die Homosexualität explizit unter Strafe gestellt. (http://www.queer.de/detail.php?article_id=9673). Leider gibt es auch hier wiedereinmal keinen von den „Hilfs“-organisationen die sich darüber erregen würden. Ob Botschafren, Kirchen oder NGOs, alle bücken sich wiedereinmal und erklären in seltener Einigkeit das man sich eben nicht in die innerafrikanischen Angelegenheiten einmischen könne.

    Es ist keine Frage von Armut oder Reichtum sondern eine Frage der Menschlichkeit seinen eigenen Bürgern das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung zu gewähren. ( http://www.youtube.com/watch?v=QwkqgPY_wHU )

    Und auch diesmal plädiere ich wieder dafür die Afrikaner verantwortlich für ihr eigenes Verhalten zu machen und sie damit ernst zu nehmen. Hilfe ja, aber nur als Gegenleistung für mehr Humanität aus den eigenen Reihen.

    Antwort
  • 2. ZiserP  |  November 26, 2008 um 5:35 pm

    Das kann ich so bekräftigen und bestärken, ja. Aber wie schon einmal gesagt: Wenn die Afrikaner „in Ruhe lassen“, dann vollständig – will heißen, auch ihre Rohstoffe und den Reichtum nicht abschöpfen mit Geschäften mit wenigen der jeweiligen Eliten.

    Antwort
  • 3. Axel Haase  |  Dezember 1, 2008 um 10:16 am

    Eines der Hauptprobleme besteht doch darin das sich die Mehrzahl der „Hilfs“organisationen mehr oder weniger freiwillig zu Komplizen der Machthaber machen. Ich kenne fast niemanden der aktiv „vor Ort“ arbeitet und gleichzeitig Klartext redet. Das geht auch garnicht denn jeder der in Ostafrika den Mund aufmacht muß mit ernsthaften Konsequenzen rechnen. Bei den Westlern ist das meist nicht Leib oder Leben aber man muß schon damit rechnen das die eigene Handlungsfähigkeit aufs übelste eingeschränkt wird. Also schweigen sie alle. Die Einheimischen sowieso und die Westler eben auch.

    Bildlich gesprochen nehmen die Hilfsorganisationen derweil den stärksten Dampf aus dem jeweiligen Kessel und lindern das Leid von irgendwelchen willkürlich ausgewählten Bedürftigen. Die Machthaber haben derweil den Rücken frei sich um die Ausbeutung der Massen zu kümmern.

    Der Spiegel schreibt in seiner aktuellen Ausgabe 49 (Kongo – Hilfe aus Berlin): „Zwölf Millionen Euro hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier für die Sanierung des Flughafens in Goma freigegeben. (…) Zudem sind die Maschinen, die Bodenschätze wie Gold oder Coltan ein und ausfliegen, häufig überladen. (…) Mit den Bauarbeiten wird die Deutsche Welthungerhilfe betraut.“

    Was soll man denn dazu noch sagen? Unsere Sklaven arbeiten auf Kaffee-, Tee- und Bananenplantagen oder sie schinden sich in Bergwerken zu Tode. Deren Kinder stecken wir in Kinderheime und zur Beruhigung unseres Gewissens veranstalten wir regelmäßig eine Sammlung von Almosen. Mit dem so gesammelten Geld werden dann die Armen allerdings noch effektiver ausgebeutet und noch härter unterdrückt. Mit einem schönen Namen wie „Welthungerhilfe“ hört sich das aber dann alles direkt viel besser an.

    Antwort
  • 4. ZiserP  |  Dezember 1, 2008 um 4:14 pm

    Lieber Axel Haase,

    worauf möchten Sie eigentlich hinaus? Dass wir unsere humanitäre Hilfe einstellen sollen?

    Ich gebe Ihnen in vielen Punkten Recht. Ich kann meinen vorherigen Kommentar aber nur wiederholen.

    Weltpolitik mache ich nicht. Das machen andere – die es können. Aber in diesem Ganzen, kann man da nicht im Einzelnen helfen? Die Besserung des Gesamtgeschehens liegt in den Händen anderer – nicht in meinen, nicht in denen von burundikids e.V. Auch liegt es nicht in unserer Macht, der örtlichen Politik entgegenzutreten – weil wir vor Ort von ihr stellenweise abhängig sind. Was nicht jedoch heißen soll, dass „alle den Mund halten“. Hier wiederum versuche ich sehr viel zu tun, um auch die Politik aufmerksam zu machen.

    Demnach ist es so nicht richtig zu sagen, wir würden „regelmäßig eine Sammlung von Almosen“ veranstalten, um „unser Gewissen zu beruhigen“ – denn ich habe kein Gewissen zu beruhigen.

    Wie gesagt – was im Gesamtrahmen passiert, stimmt, wie Sie es sagen, ist bedauerlich und furchtbar und würde ich gerne ändern, wenn ich es könnte. Doch ist es nicht damit getan, die humanitäre Hilfe genau deswegen zu kritisieren.

    Antwort
  • 5. Axel Haase  |  Dezember 2, 2008 um 10:34 am

    Lieber Philipp Ziser,

    nichts liegt mir ferner als Sie zu verletzen. Ich hoffe sehr, das ich das nicht getan habe. Vor wenigen Wochen hat mir ein hochranginger Ruandischer Diplomat erklärt, es gäbe in Ruanda garkeine Waisenkinder. Und wenn die Ausländer sich schon um anderer Leute Kinder kümmern wollten dann sollten sie doch besser in den Kongo gehen. Ruanda bräuchte keine ausländische Hilfe und man würde seine eigenen Kinder genug lieben um sich ausreichend um sie zu sorgen.

    Das Gespräch mit ihm hat mich zu tiefst verletzt. Insbesondere weil es ungewohnt ehrlich war. Er hat die gleiche selbstherrliche Arroganz and den Tag gelegt wie sie Tage später nach der Festnahme von Rose Kabuye vom kompletten Kabinett sichtbar wurde. Bitte glauben Sie mir das ich Sie mit nichts so beleidigen oder anfeinden möchte wie das dieser Mann mit mir getan hat.

    Dieses Blog war einmal ein wunderbarer Ort an dem man eine persönliche Perspektive lesen konnte wie man es nur sehr selten kann. Ich erinnere mich gerne and so viele Texte die mich an meine eigenen Besuche in Ostafrika erinnerten. Die am Anfang mal schüchternen mal fast zarten Bande die geknüpft wurden und sich stäter zu festen Seilen entwickelten. Und dann kam irgendwann das Feedback der Leser. Plötzlich wurde Ihnen klar wer das hier alles liest. Da kamen plötzlich die „großen Tiere“, für Politiker wurde das Haus geputzt und die Schere in Ihrem Kopf hat manche politische Unkorkektheit aus der Anfangszeit mehr und mehr weggeschnitten.

    Heute haben sie viel, viel Arbeit um den Kopf und kaum noch Zeit dieses Blog so zu pflegen wie sie es bestimmt eigentlich wollen. Das ist so schade. Da sind noch so viele losen Enden und offene Geschichten weiter zu erzählen…

    Aber so ein Blog ist eben kein Storyboard einer endlosen Soapopera sondern ein Fenster in die echte Welt.

    Mehr und mehr veröffentlichen Sie „einfach nur“ Links zu irgendwelchen Seiten im Internet mit Bezug zu „Burundi“ oder „Ostafrika“. Und da wird es dann sehr schnell, sehr problematisch.

    „Hilfs“organisationen sind eben viel zu oft Täterhilfsoranisationen und eben keine Opferhilfsorganisationen. So krass wie die 12 Millionen für die „Welthungerhilfe“ ist das natürlich selten. Leider habe ich genügend Beispiele kennen gelernt wo die GTZ, der DED, die Kirchen oder auch Privatfirmen mit den Machthabern im Bett liegen und sich schuldig machen.

    Ich halte es sehr wohl für notwendig, humanitäre Hilfe kritisch zu hinterfragen. Immer und immer wieder. Leider ist es ja so das kaum einer überhaupt Fragen stellt. Wie auch. Das ist ja auch alles sau schwer zu verstehen. Aber ist es im Einzelfall wirklich notwendig dieses oder jenes Kind in einem Kinderheim zu halten oder sollte nicht mehr Energie darauf verwendet werden den Nachbarn der Kinder die Aufnahme in ihr Haus zu ermöglichen? Und kann man nicht auch von einer Gesellschaft erwarten das sie sich um ihre eigenen Waisen kümmert?

    Antwort
  • 6. ZiserP  |  Dezember 2, 2008 um 8:32 pm

    Lieber Axel Haase,

    persönlich angegriffen fühlte ich mich nicht, nein. Ich verstehe Ihre Texte gut – und ich bin immer mehr begeistert von Ihnen, führe die Diskussion gerne.

    Nun ist das Schreiben jedoch sehr zeitintensiv und umständlich. Könnten wir denn einmal telefonieren? Weiteres dann bitte per Mail.

    Was mein Blog betrifft, gebe ich Ihnen Recht – und Sie haben auch Recht. Ja, ich würde sehr gerne wieder mehr schreiben, doch die liebe Zeit… Auch was den „Schreibstil“ betrifft, gebe ich Ihnen Recht. Das Tagebuch hat an (anderer) Bedeutung hinzu gewonnen ab einem gewissen Zeitpunkt. Viele der vorherigen Geschichten sind dabei auf der Strecke geblieben. Das tut mir selbst leid – und vielleicht schaffe ich es, dies wieder zu ändern. Hätten Sie einen Anreiz für mich?

    Bitte bleiben Sie in Kontakt – auch per Mail und/oder Telefon. Noch bin ich ja einige Tage in Deutschland.

    Antwort
  • 7. ZiserP  |  Dezember 2, 2008 um 8:34 pm

    PS: Die arrogante Haltung wie Sie sie von Ruanda beschreiben, kenne ich… Und auch die beiden Fragen, die Sie zum Schluss stellen, kann ich beantworten wie Sie selbst. Dahin sollte es gehen – wie bei uns auch. Daher sind Rückführungen (von Kindern) ein ganz großes Thema. Aber auch das Schwierigste. Jedoch arbeiten wir daran…

    Antwort

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