Ein Schritt nach vorn

September 15, 2007 at 2:35 pm Hinterlasse einen Kommentar

Freitag, 14. September 2007. 16.50 Uhr. Ich sitze gerade im Zug von Köln nach Karlsruhe. Viele, unendlich viele Dinge gehen in meinem Kopf vor sich. Aber ich bin zuversichtlich. Ich befinde mich nicht mehr in dieser Unsicherheit wie vor meinem Besuch bei Martina, meinem Vorstand von burundikids e. V. Wir sprachen über vieles – über das gesamte zurückliegende Jahr in Burundi. Aber auch über das, was kommen kann. Ich sagte ihr, womit sie so nicht gerechnet hatte, dass ich mir vorstellen könnte, wieder nach Burundi zu gehen. Jederzeit. Und auch für längere Zeit. Sogar, dort zu leben.

 

Ein Wunschtraum meinerseits wäre eine Arbeit, die aufgeteilt ist in eine Zeit hier, in Deutschland, und eine in Burundi. Denn ohne die Basis, hier, können in Burundi keine Projekte umgesetzt werden. Das ist Fakt. Doch – und mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine – ebenso wichtig ist die andere Seite. Auf den Punkt gebracht würde das bedeuten: Projekte in Deutschland vorstellen, Unterstützung erreichen, und dann das Vorhaben nach Burundi begleiten. Persönlich. Und eine längere Zeit dort bei der Umsetzung mithelfen. Ich sehe, was Martina in Köln und Verena in Bujumbura leisten. Es ist enorm. Und manchmal kann ich mir auch nicht erklären, wie sie es bewerkstelligt bekommen. Aber es funktioniert.

 

Dass so vieles – und nach dem jetzigen Stand in Burundi noch vieles mehr – möglich ist, das habe ich im vergangenen Jahr selbst gesehen und erlebt. Doch dafür muss man einen weiteren Schritt tun. Einen Schritt hin zu mehr Professionalität. Und ich bin mehr als nur bereit dazu, diesen Schritt zu gehen. Das signalisierte ich an die entsprechenden Stellen. Das Problem – ein Mal mehr: die Finanzierung. Der Verein kann mir nach derzeitigem Stand kein Gehalt zahlen. Verständlich. Doch rein ehrenamtlich geht auch nicht – auch ich muss essen, ein Bett haben und kann nicht ewig zu Hause wohnen bleiben und der Verwandtschaft auf der Tasche liegen.

 

Eine Gratwanderung. Zwischen vollem Einsatz für die burundische Sache und Vermeidung der Selbstaufgabe. Es ist ein bedrängendes Gefühl. Man würde gerne seine gesamte Energie, alle Zeit, alle Kraft für diese Sache aufwenden – aber es fehlt schlichtweg immer am selben. Ich brauche kein riesiges Gehalt. An großer Karriere bin ich auch nicht interessiert. Aber an der Sache, an die ich mit ganzem Herzen glaube, an der schon. Und in diese Richtung gilt es nun, einen Schritt zu tun. Stück für Stück. Aufbau, mehr Professionalität, mehr erreichen für Menschen in einem so winzigen Land, die es verdient haben, endlich das Elend zu überwinden. Ich weiß, dass es möglich ist. Und deshalb werde ich nun in diese Richtung gehen. Hürden werden genügend kommen. Aber nichts ist unmöglich.

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