Archiv für Februar, 2011

Eine Perspektive

Die vergangenen zwei Tage war ich im Landesinnern. Im Süden, in Rumonge und Kizuka. Unser Projekt mit NRC (Norwegian Refugee Council) ging zu Ende und damit die Programme zu Berufsausbildungen für Jugendliche. An zwei Tagen haben wir 78 jungen Frauen und Männern zwischen 15 und 20 Jahren ihre staatlich anerkannten Zertifikate übergeben können. Ausgebildet wurden sie in Berufen, die sich nach dem Bedarf ihrer Region richten.

Es sind immer Momente mit gemischten Gefühlen, guten wie schlechten, witzigen und traurigen. Wir hatten viel Spaß gemeinsam die vergangenen Tage. Schöne Gespräche, stolze Gesichter. Junge Frauen und Männer, die erst einmal zu Beginn des Programms Lesen und Schreiben lernen mussten. Der größte Teil unter ihnen sind ehemalige Flüchtlinge. Sei es, sie sind damals während des Kriegs ins Ausland geflohen. Sei es, sie wurden innerhalb Burundis zu Flüchtigen. Jetzt sind sie aber wieder zurück. In Rumonge und Kizuka. In ihrer Heimat. Wo sie ursprünglich keine Perspektive hatten.

Junge Frauen beim Tanz - sie haben ihre Ausbildung abgeschlossen

Ich hoffe, wir konnten ihnen eine solche nun geben. Einen Lichtblick. Wir haben ihnen ein Werkzeug und Wissen in die Hand gegeben. Ich hoffe, sie können es nutzen und anwenden. Die Initiative muss von ihnen selbst ausgehen, das ist klar. Ich bin jedoch froh, dass auch Eltern und Beamte der Administration vor Ort waren. Denn die müssen den Rahmen bilden, die Jugendlichen begleiten, beraten… und schützen.

Bester seines Jahrgangs: Sprecher Philippe

„Nanje, nshaka ifoto“ – alle wollten sie Fotos machen. Als Souvenir mit ihrem Zertifikat. Sie lachen, dann schauen sie wieder streng – um gleich wieder zu lachen. Als der offizielle Besuch weg war, begannen sie zu tanzen. Unter sich. Sie haben es geschafft. Und nicht nur das. Sie sind auch zu Vorbildern für andere geworden. Das Programm wird nämlich ausgeweitet. Neue Einschreibungen gibt es schon bald.

Auf dem Rückweg nach Bujumbura passieren wir große Truppen von Soldaten. Sie sollen für die Sicherheit sorgen, die zurzeit wieder mehr bedroht ist. Von „Irren“ und „Banditen“, wie die Regierung sie nennt. Aber können „Irre“ am hellichten Tag einen gut besetzten Polizeiposten attackieren, mit Gerät und Taktik, wie man es sonst nur von Militärs oder ähnlichen Kämpfern kennt?

Weisheiten von Kaka in Kizuka - Schild von den Auszubildenden

Februar 25, 2011 at 3:54 pm Hinterlasse einen Kommentar

Die burundikids bei IWACU

Die burundikids in der (burundischen) Presse – und online. Hier geht’s zu Artikeln bei IWACU (französisch):

Krankenhaus und Schule

Mütterheim

Februar 25, 2011 at 3:02 pm Hinterlasse einen Kommentar

Benzin und Wasser

Benzin ist nochmals teurer geworden. Der Liter Sprit kostet nun 1.900 FBU.

Gestern bis heute gab es außerdem ein Problem mit Wasser – in vielen Teilen der Stadt. Gestern am frühen Abend und heute Vormittag sah man ganze Kolonnen von Menschen, meistens Kinder, mit kleinen Kanistern umherwandern. Sie waren auf der Suche nach Wasser. Da jedoch die Leitungen in mehreren Vierteln gleichzeitig gekappt wurden, gab es keine Chance, Wasser zu finden. In den meisten Haushalten dürfte deshalb gestern nichts getrunken und nichts gegessen worden sein.

Angesichts dieses Bildes überlegt man sich drei Mal, morgens zu meckern, wenn man mit dem gespeicherten Wasser aus dem Kanister und einem kleinen Bassin „duschen“ muss. Kinder resigniert mit leeren Kanistern wieder nach Hause laufen zu sehen, wenn es noch dazu zu regnen anfängt, tut weh. Man kann den Standard, den man selbst hat, gar nicht hoch genug wertschätzen. Immer wieder.

Februar 14, 2011 at 6:06 pm Hinterlasse einen Kommentar


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