Spinner?!

Juni 24, 2008

Noch immer nicht vergessen: Spinner!

Wieder online!

Juni 17, 2008

17. Juni. Der Dreh für die (soweit ich informiert bin) erste deutschsprachige Dokumentation über Burundi in dieser Länge läuft bislang sehr gut. Lange konnte ich nicht die Geschehnisse im Tagebuch festhalten, da ich Oliver und Markus tagsüber begleiten muss, abends die Mails beantworten, die sich langsam aber sicher anstauen – hinzu kommt die alltägliche Arbeit. Doch finde ich diese Doku sehr wichtig in vielerlei Hinsicht. Mit Sicherheit, das steht fest, wird sie Burundi vor allem in Baden-Württemberg bekannter machen, was natürlich im Hinblick auf die Partnerschaft des Landes mit Burundi von besonderem Interesse ist. Auch oder gerade vor allem von burundischer Seite aus.

Die Heime und die Arbeit der Fondation Stamm, Armenviertel, Landfahrt, Krankenhaus und Militär – wir versuchen einen so guten Einblick wie möglich in das alltägliche Leben und Geschehen in Burundi zu geben. Von besonders großem Vorteil ist, dass die beiden TV-Macher längere Zeit hier sind. Somit haben wir eine ganz andere Möglichkeit der Herangehensweise, können anders auf die Menschen zu und vor allem mehr auf sie eingehen.

Auch passiert Unvorgesehenes, aber Beispielhaftes, das ansonsten nicht mit der Kamera eingefangen werden könnte. So haben wir beispielsweise bei einem Fußballturnier für Straßenkinder gefilmt, an dem auch unsere Kinder der Fondation teilgenommen hatten. Während des Turniers fanden mein Kollege aus dem Straßenkinderheim, Bienvenu, und ich einen kleinen Jungen namens Cédric. Auf dem Zentralmarkt schlafe und bettele er, antwortet er auf meine Frage. Wir entschließen uns, ihn mit ins Heim zu nehmen – nachdem er bekräftigt hatte, dies auch zu wollen.

Als wir am Tag darauf dorthin kamen, war Cédric noch da und strahlte übers ganze Gesicht. Er hatte etwas regelmäßiges zu Essen und darüber hinaus Zeit fürs Kindsein, zum Spielen. Heute waren wir nochmals dort. Bienvenu sagte mir, dass der Kleine wieder auf den Zentralmarkt gegangen sei um zu betteln. Mentalität von Straßenkindern. Es werden jedoch immer und immer wieder Gespräche mit ihm geführt. Mit der Zeit wird er sich ändern, an alles gewöhnen und im Heim bleiben. Dann werden wir schließlich versuchen, ihn in die Schule zu schicken. Und/oder (s)eine Familie ausfindig zu machen, sollte er noch eine haben.

Beim Dreh im Armenviertel Sororezo weiter oben auf dem Berg war für mich der anstrengendste Tag. Ich versuche die Annährung an die Bevölkerung, natürlich stets zusammen mit meinen einheimischen Kollegen. Wir sind dort auch schon bekannt, was das Ganze etwas erleichterte. Die Fondation Stamm ist die einzige Organisation, die sich um die Menschen dort kümmert, die teilweise noch immer als Flüchtlinge unter Plastikplanen und rostigen Wellblechen leben. Wenn es stark regnet, müssen die Menschen nachts aufstehen und sich an die Wand pressen, weil das Wasser auf dem Lehmboden durch die Hütte strömt. Es ist leider Fakt, dass Binnenvertriebene auf fast keinem Hilfsprogramm auftauchen – weder von internationalen Organisationen, noch der Regierung.

Auch habe ich in der letzten Zeit interessante neue Leute kennen gelernt. Darunter auch zwei Deutsche – Andreas, der beim Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) arbeitet, und Wolfram, ein erst vor Kurzem nach Burundi Entsandter des Deutschen Roten Kreuzes, der sich ebenfalls um Flüchtlinge kümmert. Allerdings ausschließlich um die, die aus Tansania zurück nach Burundi kommen. Das sind im aktuellen Rückführungsprogramm 70.000 Menschen. Von denen bis heute viele nicht wissen, wohin sie überhaupt gehen können. Zuerst geht es in ein Transitlager – doch die Frage nach dem Danach bleibt offen.

Rose, eine 16-Jährige aus unserem Waisenheim, ist derzeit wieder bzw. immer noch im Krankenhaus. Wir hatten sie wegen Blutarmut wieder einliefern müssen. Es war kurz vor knapp, laut der Ärzte hätte sie den nächsten Tag nicht überlebt. Schon über eine Woche ist sie nun in der Klinik Roi Khaled. Zum dritten Mal in einem halben Jahr. Wir wollen jedoch dieses Mal der Krankheit auf den Grund gehen. Morgen werden wir Ergebnisse der Untersuchungen erhalten. Ein nigerianischer Blutspezialist wurde konsultiert. Darüber hinaus habe ich Kontakt aufgenommen zur örtlichen Weltgesundheitsorganisation, weil mir eingefallen ist, dass ich dort eine Frau kenne. Sie stellte mir die Verbindung her zu Dr. Kariyo, dem Dekan der medizinischen Fakultät. Wenn sich unser bisheriger Verdacht bestätigt, wird Rose eine Untersuchung brauchen, die in Burundi nicht möglich ist. Das gilt es nun morgen heraus zu finden. Falls dies zutreffen sollte, müssen wir eine andere Möglichkeit finden – eventuell in Ruanda oder anderswo. Auf jeden Fall habe ich keine Lust, schon wieder ein Kind aus dem Heim zu beerdigen. Die eine Erfahrung mit dem kleinen Jimmy aus dem vergangenen Jahr reicht aus.

Doku über Burundi

Juni 3, 2008

Mehr Infos zum Filmprojekt, mit dem ich in den kommenden drei Wochen beschäftigt sein werde finden sich hier!