HIV und Gitega
April 18, 2008
17. April. 10 Uhr. Ich bin auf dem Weg nach Gitega, in die Landesmitte. Ein erneuter Projektbesuch auf der Baustelle der Berufsschule steht an. Ich bin gespannt, wie weit die Bauarbeiten fortgeschritten sind. Ob das Tempo der ersten Tage beibehalten werden konnte.
Bevor wir losgefahren sind, Chauffeur Melchiade und ich, haben wir noch Krankenschwester Agnes im Straßenmädchenheim „Centre Duhinduke“ abgesetzt. Schon gestern war eine Mitarbeiterin dieses Heims bei mir und erzählte die neuesten Nachrichten. Ein Baby, Joseph, ein Jahr alt, das bislang ebenfalls in unserem Heim war, ist im Krankenhaus Roi Khaled. HIV. Und es geht ihm sehr schlecht. Wir müssen schleunigst mit der Therapie beginnen. Doch, wie sie sagt, die Ärzte zweifeln stark…
Als Verena und ich zu einem Termin am Nachmittag aufbrechen mussten, setzten wir die Mitarbeiterin in der Stadtmitte ab. Ein Mädchen aus „Duhinduke“ fuhr ebenfalls mit. Vielleicht zwölf oder dreizehn Jahre. Sie saß neben mir im Auto, schüchtern, aber lächelnd. Auch sie. HIV. Vergewaltigt, mehrmals hintereinander.
(Zum Thema ein aktueller Artikel: hier!)
Am Dienstag musste ich auf einen Termin am anderen Ende der Stadt. Die Schlaglöcher vor dem Zentralmarkt werden größer und größer. Einige Stellen sind bereits unbefahrbar, andere wiederum nur mit einem größeren Geländewagen. Passiert man die „Straße“ mit einem normalen Pkw, ist noch weniger als Schritttempo angesagt. Und an manchen Stellen schwitzt man ordentlich, aus Angst um die Achsen oder dass das Auto gleich ganz im Loch verschwindet. Ein groß angelegtes Programm wurde jedoch schon begonnen. Ausbau und Sanierung aller Straßen. Soweit ich informiert bin, finanziert von der EU. Ein weiterer Schritt in Richtung Besserung.
Die Straße nach Gitega ist sehr gut ausgebaut. Flacher Teer, nur an wenigen Stellen etwas holprig – und bis auf zwei größere Unterbrechungen, wo nur Sand und Geröll überwunden werden müssen. Es duftet nach Eukalyptus.
Am 23. April wird die „Globale Bildungskampagne“ (www.bildungskampagne.org) in Aktion treten – auch unsere Schule „Ecole Polyvalente Carolus Magnus“ macht mit bei der „Größten Unterrichtsstunde der Welt“, zusammen mit zwei unserer Partnerschulen, der Europäischen Schule Karlsruhe und der Waldhausschule in Malsch.
Für Freitag Abend habe ich mich mit Johana und Fébronie im Heim verabredet – zum Englisch lernen. Fébronie muss sich vorbereiten auf den Nationalen Test der zehnten Klassen und Johana will ihre Aussprache verbessern. Es ist schön, dir Fortschritte der Kids zu sehen. Epiphanie, beispielsweise, konnte ihr Französisch enorm verbessern im Vergleich zum vergangenen Jahr. Mittlerweile versteht sie alles und kann auch gut sprechen. Das war bis vor einem Jahr noch überhaupt nicht der Fall. Auch sie bereitet sich auf einen Test vor, den alle Schüler im dritten Trimester der sechsten Klassen schreiben müssen. Sie will unbedingt bestehen und legt ihr Mathematikheft beinahe keine Sekunde mehr aus der Hand. Ständig sehe ich sie mit unzähligen Fresszetteln, die vollgekritzelt sind mit Rechenaufgaben.
April 20, 2008 um 12:41 Uhr vormittags
“Soweit ich informiert bin, finanziert von der EU”
Toll! das ist ja genauso als wenn die verkackten Türken in die EU eintreten und unserer Geld kassiert.
Geldvernichtung!!!!!!!!!!!!!
April 21, 2008 um 9:22 Uhr vormittags
Liebe/r “High Hopes”,
vielen Dank für deinen aufschlussreichen, wie ich finde für diesen Internetauftritt jedoch viel zu überqualifizierten Kommentar.
Ich möchte dich dennoch bitten, dich erst einmal richtig und umfangreich(er) zu informieren, bevor du dich das nächste Mal derart unsachlich zu dieser Thematik äußerst.
Darüber hinaus empfehle ich dir herzlichst die Lektüre eines der zahlreichen Hilfswerke zur deutschen Grammatik. Zu finden in einem der Läden mit den großen Regalen, worin sich ganz viele dieser, meistens mit Karton oder Pappe gebundenen, Ansammlungen von bedrucktem Papier befinden.
Grüße aus Bujumbura und bis zum nächsten Kommentar.
April 21, 2008 um 9:29 Uhr vormittags
Nachtrag:
Pardon, ich übersah bei meiner Lektüren-Empfehlung, dass es sich um einen Kommentar aus der Schweiz handelt. Dennoch denke ich, dass die dortige Grammatik nicht sonderlich von der deutschen abweicht. Sollte ich mich täuschen, bitte ich um Info. Auch ich lerne immer gerne Neues dazu.
April 21, 2008 um 1:41 Uhr nachmittags
Hehe, das war gestern auch mein erster Gedanke:
Der Inhalt passt hervorragend zur Orthographie!
Aber wie heißt es so schön: Don’t feed the trolls!
Deshalb habe ich gestern mal noch nicht geantwortet.
Gruß, Jens
April 21, 2008 um 1:53 Uhr nachmittags
Am meisten wundert mich jedoch, dass Leute mit solchen Ansichten überhaupt diese Seite lesen (können?)!!!
Viele Grüße
Ursula
April 27, 2008 um 1:56 Uhr nachmittags
Lieber Philipp,
(vielleicht erinnerst du dich an mich, ich habe dir kürzlich erst bezüglich der Bewerbung geschrieben.)
dein Internet-Tagebuch ist eine ganz großartige Sache, Philipp. Es beeindruckt mich sehr, dass du all das leistest und dich in den Dienst Benachteiligter stellst! Eben habe ich deinen Eintrag über das misshandelte Mädchen gelesen. Ich kann nachempfinden, dass du so wütend bist. Schreibe bald wieder von ihr, und ob es ihr besser geht, bitte. Ich hoffe, es gibt dir Kraft zu wissen, dass dein Engagement zutiefst bewundert wird.
Mach weiter so!
Viele liebe Grüße aus Würzburg.
Juli
Mai 6, 2008 um 1:31 Uhr vormittags
hewe bite byawe urakomeye? Na etwas Kirundi ist noch hängen geblieben. Mir war immer wichtig, dass man die Menschen in Burundi nicht ganz vergißt. Umso besser, daß Leute wie Du vor Ort sind. Ich wünsche Dir noch viel Tatkraft und eine gute Zeit.
Grüße aus Berlin
Johannes