Eine Woche vor Abflug
Februar 23, 2008
Samstag, 23. Februar. Eine Woche vor Abflug. Gestern sind bereits Lena, Julia (Freiwillige der ersten Generation, die mit mir das Jahr dort verbracht hatten) und auch Sabine (Höroldt, die Fotografin, Infos auf www.burundikids.org) nach Burundi ausgereist, alle für ein paar Wochen. Besuch bei der kleinen, großen Familie – und wieder Mitarbeit vor Ort. Die burundikids-Familie wächst. Burundi streckt seine Fühler aus. Mehr als nur verdient. Und notwendig ohnehin.
Die Beladung des Containers ist derzeit gut vorangeschritten. Lediglich für wenige Kartons ist noch Platz, die am Montag eingeladen werden. Nach der Klärung mit dem Zoll, voraussichtlich ebenfalls Montag, wird der Container kommende Woche auf die Reise nach Burundi gehen. Über Antwerpen nach Dar Es Salaam, dann Landweg bis nach Bujumbura. Viele haben gespendet, viele geholfen, um dieses Projekt auf die Beine zu stellen. Erfolgreich.
Auch meine eigenen Koffer füllen sich langsam, aber sicher. Begleitet von unzähligen, unterschiedlichsten Gefühlen. Gestern Abend habe ich einige meiner Freunde zum letzten Mal getroffen. Gemischte Gedanken. Es ist dieses Mal etwas völlig anderes als zuvor. Die Ausreise vor Weihnachten war ohnehin zeitlich sehr begrenzt und die vier Wochen sehr überschaubar. Aber auch als wir für das eine Jahr aufgebrochen sind, war es etwas anderes. Es war ein Ende in Aussicht, ein sehr begrenzter Zeitraum. Dieses Mal sind es zwei Jahre. Zwar auch eine befristete Zeit, doch was danach kommt… nichts Genaues weiß man nicht. Rückkehr nach Deutschland? Bleiben in Burundi? Zwischen den Kontinenten springen?
An für sich macht es überhaupt keinen Sinn, sich jetzt schon Gedanken zu machen darüber, was in zwei Jahren sein wird. Alles wird ohnehin anders kommen, als man es sich vorher ausmalt. Doch bin ich nun mal so „gestrickt“, immer weit voraus schauen zu wollen, wissen zu wollen, was passieren wird. Ich werde mich wohl bremsen müssen. Fest steht, dass ich diese Arbeit liebe und darin aufgehe. Und in wenigen Tagen geht es wieder ins Herz Afrikas. Mit vielen neuen Aufgaben, neuen Erlebnissen, neuen Erfahrungen. Ich freue mich auf die Zukunft. Denn ich weiß, dass es gut sein wird. Zwar gehe ich mit einem lachenden und einem tränenden Auge. Doch aus der Welt ist ja schließlich niemand. Und irgendwie gehören doch alle zur kleinen, großen burundikids-Familie…
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