Dienstag, 12. Juni 2007. 8.11 Uhr. Ein sonniger Morgen. Annick, Epiphanie und Claudine stehen auf der Terrasse, als ich aus dem Haus gehe und im Hof stehen bleibe. Die Sonne scheint den dreien ins Gesicht, weshalb sie die Augen zusammen kneifen. Ein Bild für Götter. Müde sind sie noch – sichtlich. Ich schmunzle und winke ihnen. Dann lachen sie. „Philippo, nisawa?“ – das allmorgendliche Begrüßungsritual. Natürlich mit Handschlag. Weiter hinten sehe ich Ernest sitzen, über einem Schulheft brütend. Und auch Sousou (Espérance) schlappt mit einem Heft in der Hand durch die Gegend. Sie sieht noch müder aus als alle anderen. Ich lache. Sie mit. „Philippo!“ sagt sie wehleidig und haut mir auf die Schulter. Aber ich lache weiter.

 

Mutama ist schon wieder fleißig am Körbe flechten. Hündin Simba versucht bei jedem, der das Heim verlässt, mit durch das Tor zu witschen. Ohne Erfolg. Nachdem sie es gestern geschafft hat und ewig weit weg rannte und sich nur schwer wieder einfangen ließ. Sagen wir: überzeugen ließ. Denn diesen Hund gegen seinen Willen irgendwo hin zu bringen, ist beinahe unmöglich. Ich habe noch nie so ein eigensinniges Tier erlebt. Zurzeit ist es sowieso furchtbar, weil Simba anscheinend wieder läufig ist. Man muss auf jede Bewegung achten, wenn sie in der Nähe ist.

 

Schlagzeile in den aktuellen Nachrichten:

 

http://www.tagesschau.de/aktuell/
meldungen/0,,OID6914850_REF1,00.html

 

Auch hier im burundischen Radio gibt es die Meldung, dass Kinder in Gitega in Massen auf die Straße geschickt werden, um einige wenige Franc zu erwirtschaften. Ob betteln, Lasten tragen oder sonstige Dienste – alles dabei. Folge der Armut, logisch.

 

Und noch eine aktuelle Schlagzeile:

 

http://www.tagesschau.de/aktuell/
meldungen/0,,OID6911374_REF1,00.html

 

Dazu haben wir auch eine Geschichte. Da wir gerade damit bemüht sind, technische Ausstattung – darunter hauptsächlich Computer – für unsere Schule und ein weiteres Projekt mit Internetcafé und Computerunterricht zu bekommen, wandte sich auch jemand an Microsoft. Mit der Anfrage nach einigen wenigen Lizenzen für die Hilfsorganisation. Ohne nur geringstes Interesse an einer Prüfung zu zeigen (natürlich kann nicht jeder ankommen und etwas umsonst wollen), wurde dieses Anliegen anscheinend abgelehnt. So viel dazu. Was einem alles zu Ohren kommt…