Wochenende

März 31, 2007

Samstag, 31. März 2007. 12.20 Uhr. Der gestrige Tag war entspannt. Gezwungenermaßen, das Internet funktionierte den ganzen Tag nicht. Ergo habe ich andere Arbeiten erledigt – offline. Am Nachmittag ging Marie mit unserem Kumpel Bellarmin zum Strand. Beim „Petit Bassam“, da wir ja am Tag zuvor Alain, den Manager, kennen gelernt hatten. Die beiden gingen also vor, ich kam später nach.

 

Zuerst saßen wir unter einem Strohdach am langen Strand. Ich trank Maracujasaft, Marie Wasser und Bellarmin Fanta. Weiter entfernt im Wasser sahen wir ein Nilpferd. Dem war es wahrscheinlich genauso heiß wie uns, denn es tauchte ständig ab. Als es langsam dunkel wurde, setzten wir uns weiter vom Wasser weg unter einen großen Pavillon, wo auch die Bar steht. Mitten zwischen Palmen und Grün. Dann aßen wir eine Kleinigkeit, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten.

 

Per „Lift“, wie es hier so schön heißt, also per Anhalter, fahren wir ins Zentrum zurück. Viele werden jetzt den Kopf schütteln, dass man doch nicht per Anhalter fahren solle. Dazu muss ich aber sagen, dass es hier überall üblich ist. Das System funktioniert auch ganz anders. „Lift“ ist an der Tagesordnung und gehört zum normalen Verkehr dazu. Unsere Mitnahmegelegenheit heißt Massoudi und fährt wie ein Henker. Dazu laute Musik. Ich muss an einem Stück lachen. Eine lustige Fahrt. Aber nicht für die anderen Verkehrsteilnehmer, die Massoudi überholt. Wäre Massoudi in Deutschland, würde er wahrscheinlich einen VW Golf fahren, der aufgemotzt ist wie ein Flugzeug und einen ähnlichen Fahrstil praktizieren. Mit dem Unterschied, dass einem das in Deutschland teuer zu stehen kommen kann. Hier interessiert es schlichtweg keinen.

 

Wir steigen im „Chez André“ aus. Zu dritt gehen wir rein, um noch ein Gläschen auf Marie zu trinken – das hatte sie am Mittag mit Verena ausgemacht. Im „Chez André“ ist Betrieb, das Gelächter hört man schon draußen, der Hof steht voll mit Autos. Dafür dass es anscheinend nur 30 Leute waren, machten sie Krach für 100. Wir setzen uns zusammen mit Verena in eine andere Ecke des Restaurants, Benoit ist unterwegs. Verena gibt an, uns Getränke holen zu wollen, kommt dann aber überraschenderweise mit einem Käsekuchen mit 20 kleinen Kerzchen oben drauf zurück. Und natürlich Geschenken. Marie strahlt. Bellarmin freut sich auch. Dann essen wir jeder gleich ein Stück – wann gibt es schon mal leckeren Käsekuchen? Vielleicht mag es manchem nun den Magen umdrehen, wenn ich sage, dass ich dazu Heineken trank. Aber ich muss gestehen, es passte recht gut.

 

Um etwa 21 Uhr machten wir uns dann wieder auf den Weg – nachdem ich noch schnell meine Mails auf das Notebook gezogen hatte. Marie wollte noch ausgehen, ich war aber zu platt und beschloss, zu Hause zu bleiben und die Mails noch abzuarbeiten. Das tat ich dann auch bis etwa 0.30 Uhr. Dann schlief ich erschöpft ein, um heute Morgen von Kindergeschrei aufzuwachen. Es scheint, als seien die Kids kollektiv erleichtert, dass alle Klausuren nun vorbei sind. Auf jeden Fall war es heute laut wie lange nicht mehr. Und zwar alle, selbst die, die ansonsten eher ruhigere Gesellen sind. Ich muss lachen. Dann stehe ich auf.