Basketball bei Flutlicht
März 29, 2007
Donnerstag, 29. März 2007. 8.47 Uhr burundische – und deutsche Zeit. Da in der Heimat die Uhren wieder umgestellt wurden, hat sich der Zeitunterschied von einer Stunde erledigt. Gestern Abend, als ich nach Hause kam, war der Himmel von Sternen übersät. Die Jungs waren teilweise noch am Lernen, andere schauten Fern, weil sie bereits alle Klausuren geschrieben hatten. Ich hatte irgendwie noch einen Bewegungsdrang, war unausgelastet. Also erkundigte ich mich bei Emmanuel (15 Jahre) nochmals, ob es stimme, dass man neuerdings beim Basketballplatz auch abends, mit Flutlicht, spielen könne. Er bejahte. Also machte ich mich auf den Weg zum Platz, zusammen mit Emma, Flugence, Thérence und Arsènne. Als wir dort ankamen, war Hochbetrieb. Ein Basketballteam trainierte. Das Team aus Mutanga, dem Nachbarviertel zu Kiriri, in dem unser Heim ist.
Darunter ist auch Valentin, den ich einmal im „Havanna“ kennen gelernt hatte, der in Washington zur Schule ging und heute auch ab und an journalistisch arbeitet. In Kigali sei er gerade gewesen, Fotos machen, deswegen habe man ihn einige Zeit nicht in „Buja“ (Bujumbura) gesehen. Mit dem Basketball spielen wird es nichts, das Flutlicht abends ist eigens nur für das Training des Vereins. Schade. Ich gebe den Jungs eine Cola am Kiosk neben an aus, dann gehen wir zurück ins Heim.
Mittags war ich im Straßenkinderheim, Englischunterricht stand an. Auch Heimleiter Bienvenue saß hinter der Schulbank. Wenn er Zeit hat, macht er ab und zu mit. Die Jungs waren wieder sehr wissbegierig, wie immer eigentlich. Sie fragten mich wieder nach den Brieffreundschaften mit deutschen Schülern, auf dich auch ich warte. Angeleiert sind sie, nur wurden sie noch nicht begonnen. Und auch die Frage nach Büchern kam wieder auf. Ich sagte ihnen, dass ich auch darauf warte. Es ist wirklich nicht leicht, sie jedes Mal aufs Neue zu vertrösten. Mir imponiert aber dann ihre Geduld. Kein einziges Mal ein enttäuschtes Gesicht, keine beleidigte Äußerung. Sie nehmen es hin wie es ist und bedanken sich noch jedes Mal. Dennoch: Ich würde sie so gerne nicht mehr vertrösten müssen.
Heute bin ich wieder am Notebook, arbeiten. Heute Nachmittag werde ich mal über den Markt schlendern, ob ich ein Geschenk finde. Marie hat morgen Geburtstag. Nur: Was kaufen? Ich bin im Moment mal wieder total überfordert.
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