Trauer
Februar 14, 2007
Mittwoch, 14. Februar 2007. Valentinstag. 11 Uhr in Burundi. Wir haben eines unserer Kinder verloren. Alle sind fassungslos. Wässrige Augen. Die Kinder, die Leiter und wir. Vergangenen Freitag war Jimmy ins Krankenhaus gekommen, als wir ihn blutspuckend in seinem Zimmer fanden. Er musste Sauerstoffzufuhr bekommen und Bluttransfusionen. Sein Zustand wollte sich aber nicht bessern. Gestern Nacht, um kurz vor 22 Uhr, kommt Heimleiterin Clothilde zu uns in die Küche. Sie war sichtlich aufgeregt und besorgt. Sie hatte einen Anruf aus dem Krankenhaus bekommen, dass Jimmy wieder einen Anfall hat. Seit 20 Uhr, seit zwei Stunden, würde er wieder Blut erbrechen. Julia und Marie zogen sich sofort Jacken an, um mit Clothilde ins Krankenhaus nach Kamenge zu fahren. King Kong, eine andere Betreuerin, war schon die ganze Zeit bei Jimmy. Ich gab Julia mein Handy, dass sie telefonieren können, wenn nötig – da ich der einzige war, der noch Guthaben auf der Karte hatte. Kurz nach 22 Uhr kommt Clothilde wieder in die Küche. Tränen in den Augen, zitternde Stimme. Sie hatte einen zweiten Anruf bekommen. Jimmy ist gestorben.
Noch am Mittag hatten ihn Julia, Marie und Lena besucht. Da hatte er schwach gesagt, er würde so gerne gebratenen Fisch essen. Wir waren doch schon so weit gekommen. Hatten Ärzte in Deutschland gefunden. Alles schien endlich zu klappen. Doch sein kleiner Körper war schon zu schwach. Die Kinder sind fassungslos. Bis nach Mitternacht saßen alle zusammen im Freien. Das Seufzen, das Schweigen der Jungs, der Trauergesang der Mädchen. Ich kann es nicht beschreiben. Wir sind fassungslos. Es war unser Jimmy. Unser Kind…