Die neue RoG-Rangliste
Reporter ohne Grenzen veröffentlich die neue Rangliste zur Pressefreiheit 2011. Sie zeigt einmal mehr, „wie eng Demokratie und Medienfreiheit zusammenhängen“. Bezeichnend, dass sich Deutschland gerade einmal auf Platz 16 befindet. Burundi belegt übrigens Rang 130.
Zur Situation von Straßenkindern
Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ veröffentlichte einen guten Artikel über die Situation von Straßenkindern in Bujumbura, Burundis Hauptstadt.
Ich bin ja allgemein immer froh, wenn Burundi überhaupt Aufmerksamkeit und Presse im Ausland bekommt. Denn i.d.T. ist die Situation der Straßenkinder in Bujumbura ein enormes Problem – und die Tendenz ist eher negativ. Vor einigen Wochen hatte bereits die lokale unabhängige Zeitung IWACU über diese Thematik berichtet. In diesem Artikel wurde beschrieben, wie die Straßenkinder selbst die Kanalisationen der Stadt für sich als Rast- und Schlafstätte entdecken. Klar, dort werden sie von der Polizei nicht erwischt und verprügelt…
Die Lage ist alarmierend, sagen viele Akteure auf diesem Gebiet. Eine pessimistische Prognose könnte so aussehen: Straßenkinder werden zu jungen Erwachsenen. Aufgrund der nach wie vor unstabilen Lage in der gesamten Region ist der Zugang zu Waffen ein Leichtes. Handgranaten, Pistolen oder auch Schnellfeuerwaffen sind quasi in Reichweite – mindestens hinter der nahen Grenze im Kongo. Wer keine Perspektive hat, kein Zuhause, einen schlimmen Krieg miterleben musste – der neigt natürlich schnell zur Kriminalität. Werden wir also in ein paar Jahren Zustände in Bujumbura haben, wie sie oft aus Nairobi und Johannesburg beschrieben werden? Die Stacheldrähte auf den hohen Mauern werden mit Strom versetzt, die Nachtwächter verstärkt, eventuell sogar zwei Eingangstore hintereinander gekoppelt, quasi als „Sicherheitsschleuse“, wenn man nach der Arbeit einfach nur nach Hause will?
Derweil wächst eine neue Generation heran. Kinder, die auf der Straße geboren werden. Ohne Ursprung. Reintegration? Wohin denn? Erste „Hochzeiten“ unter Straßenkindern fanden schon statt. Sehnsucht nach einem Stück „normalem“ Leben.
Alternative? Man muss das Thema endlich ernst – oder noch ernster – nehmen. Einige Vereine gibt es schon, die sich um die Straßenkinder kümmern. Aber noch nicht genug. Oft fehlen die Mittel. Denn eine Berufsausbildung und Rückführung zu einer Familie oder in die Selbständigkeit kosten sehr viel Geld. Viele Geldgeber bauen lieber.
Dabei haben viele Kinder, die tagsüber auf der Straße anzutreffen sind, ein Zuhause. Eine Mutter oder einen Vater. Oder vielleicht sogar noch beide, wenn sie ganz viel Glück haben. Wenn sie noch mehr Glück haben, ist die verwitwete Mutter noch nicht in die Prostitution geschlittert, um sich und das Kind am Leben zu halten. Vielleicht hatte sie mal ein großes Feld, das sie aber im Krieg verlassen musste und nun ist eine Rückkehr unmöglich. Vielleicht reichen einfach nur 20 oder 30 Euro aus, damit sie einen kleinen Marktstand aufmachen kann. Davon könnte sie leben und ihr Kind ernähren, anstatt es auf die Straße zu schicken. Und vielleicht reicht es dann sogar noch fürs Schulgeld.
Daran sollten wir nicht immer, aber manchmal denken. Wenn wir beim Stadtbummel wieder einmal in die Geldbörse greifen, und eben schnell 20 Euro für irgendetwas ausgeben – ohne lange nachzudenken. Vielleicht sogar für etwas, was zwei Tage später wieder im Mülleimer landet, weil man es doch nicht braucht.
Wir müssen nicht. Aber wir könnten.
Deutsche Version des Spital-Films!
Den Film über das kleine Krankenhaus „Centre Médical Hippocrate“ gibt es jetzt – nach der französischen und schweizerdeutschen Version – auch auf Hochdeutsch! Hier geht’s zum Film!
Was zu Lesen zum Jahresende
Ein schrecklicher Vorfall mit Glück im Unglück: wie Solidarität Leben retten kann, schreibt die Westdeutsche Zeitung.
Weihnachten in Burundi: so kann es aussehen, schreibt die Passauer Neue Presse.
Guten Start in…
…..2012!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
„Einmal im Leben“ – noch einige Exemplare
Das Buch „Einmal im Leben“ (Merian) ist mehrmals ausgezeichnet worden – und derzeit schnellen anscheinend die Bestellungen wieder in die Höhe. Wer das Buch haben oder zu Weihnachten – last minute – verschenken möchte, der kann damit gleichzeitig noch was Gutes tun.
Die burundikids-Arbeitsgruppe Karlsruhe hat nämlich vom Verlag noch einige Exemplare zum Verkauf – und der Erlös geht direkt und vollständig an die burundikids. Mehr Infos oder Interesse? Dann bitte Mail (ziserp[at]web.de) an mich!
Jahresbilanz von RoG
Reporter ohne Grenzen (RoG) veröffentlich heute seine „Jahresbilanz über Angriffe auf die Pressefreiheit 2011″. Online einsehbar ist das Dokument auf den Seiten von RoG.
Minister Niebel trifft auf Nkurunziza
Der deutsche Minister Niebel traf auf das burundische Staatsoberhaupt – zu lesen auf den Seiten des deutschen Ministeriums (BMZ). Leider ist auf dem Foto zur Meldung der burundische Präsident gar nicht zu sehen… Dafür aber der ehemalige Außenminister Nsanze, der durch seine Konflikte mit ausländischen Diplomaten bekannt wurde…
Minister Niebel in Burundi
Der Minister des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) bereist in diesen Tagen Burundi. Heute soll auch eine Delegation – jedoch ohne Niebel – unsere Schule in Kajaga besuchen.
Die Deutsche Welle berichtet über Niebels Besuch.


Der Senf der anderen